Rehden. Der VfB Oldenburg kann gegen den BSV Rehden einfach nicht mehr  gewinnen. Trotz einer vor allem in der ersten Halbzeit guten Leistung, kamen die Blauen am Donnerstagabend im Kreis Diepholz nicht über 1:1  hinaus. Es war bereits das neunte Aufeinandertreffen, das die Rehdener unbeschadet überstanden haben. Alexander Jankovic sorgte mit seinem Treffer drei Minuten vor dem Abpfiff zumindest dafür, dass die  Oldenburger nicht mit leeren Händen vom Rasen gehen mussten.

Alexander Kiene vertraute jener Startformation, die gegen Flensburg so  unglücklich verloren hatte. Neuzugang Enis Bytyqi, dessen  Spielberechtigung erst wenige Stunden vor dem Anpfiff eingetroffen  war, nahm zu Beginn auf der Bank Platz. Pascal Richter zählte erstmals  nach seiner Verletzungspause wieder zum Kader. „Vielleicht kriege ich ja heute noch einige Minuten“, unkte Richter noch kurz vor dem Anpfiff. Nach dem Schlusspfiff hatte er dann sogar eine gute Stunde „in den Socken“, denn bereits nach 30 Minuten musste der Flügelflitzer den verletzten Pascal Steinwender ersetzen. Bei einem Schuss hat  „Calli“ sich erneut eine Muskelverletzung zugezogen.

In den 30 Minuten seines Mitwirkens stand der schnelle Angreifer allerdings mehrfach im Mittelpunkt. Bereits nach acht Minuten war  Steinwender zu schnell für seinen Gegenspieler, zielte allerdings am langen Pfosten vorbei. In Minute 16 kam er von der Strafraumgrenze zum Abschluss, sein Schuss allerdings wurde durch einen Abwehrspieler abgeblockt. Dennoch, die Oldenburger Führung schien allenfalls eine Frage des Zeitpunkts zu sein, denn die Blauen waren vor 444 Zuschauern, von denen fast die Hälfte dem VfB die Daumen drückten, klar tonangebend.

Seine Mannschaft werde ein Feuerwerk abbrennen, hatte Rehdens Trainer Heiner Backhaus der lokalen Presse vor dem Spiel erzählt. Tatsächlich  war von den Gastgebern vor dem Seitentausch praktisch nichts zu sehen. Rehden stand sehr tief und war allein darauf bedacht, das eigene Tor möglichst abzuriegeln. Der VfB wiederum ließ Ball und Gegner laufen,  allein der finale Pass kam zu selten mit der notwendigen Präzision. Chancen hatte der VfB dennoch, so wie in der 29. Minute. Dennis Rosin, der drei Minuten zuvor selbst elfmeterreif gefoult worden war, hatte Steinwender in Szene gesetzt, der mit einem Lupfer aus vollem Lauf das Tor jedoch verfehlte. Kurz darauf war das Spiel für ihn dann allerdings unfreiwillig zu Ende. Die Blauen drängten zwar weiter, doch die Führung sollten sie bis zur Pause nicht mehr bejubeln dürfen. Im Gegenteil, denn nach einer kurzen Unordnung in der VfB-Deckung wurde Rehden unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff erstmals gefährlich.

Die zahlreichen VfB-Fans, die ihre Mannschaft lautstark unterstützten, hofften natürlich, dass die Gäste ihre Überlegenheit in der zweiten Halbzeit endlich in Tore umsetzen würden. Die erste Gelegenheit dazu hatte Kifuta Kiala Makangu, doch Tobias Esche konnte den Schuss des  Oldenburgers gerade noch zur Ecke abblocken (46.).

Kurz darauf meldeten sich dann auch die Gastgeber erstmals offensiv. Tomislav Ivicic versuchte es aus der Distanz, wurde aber abgeblockt (49.). Nur eine knappe Minute später zielte Shamsu Mansaray am langen Eck vorbei. Wie aus dem Nichts war Rehden drin im Spiel und übernahm mehr und mehr die Initiative. Die nächste Torchance allerdings hatten 
erneut die Blauen. Nach einer Ecke kam Jeffrey Volkmer frei zum Kopfball, verfehlte das Tor aber um Zentimeter (55.). Auf der Gegenseite zielte Esche, ebenfalls mit dem Kopf, zwar besser, doch Leon Deichmann stand goldrichtig und konnte auf der Linie klären (60.).

Alexander Kiene reagierte auf den zunehmenden Rehdener Druck mit dem zweiten Wechsel. Für Ibrahim Temin brachte er Neuzugang Enis Bytyqi (62.). Kaum auf dem Rasen, musste er mit ansehen, wie Torhüter Dominik Kisiel den Ball aus dem Netz holte. Nach einer Flanke von der rechten Seite war der starke Kamer Krasniqi zur Stelle und brachte Rehden in Führung (65.). Ein Schock für die Oldenburger, der allerdings nicht  lange wirken sollte. Nur zwei Minuten nach dem 0:1 rissen die Gäste die Arme zum Torjubel hoch. Dennis Rosin hatte einen Freistoß Richtung Winkel geschossen, Torhüter Nick Borgman zwar pariert, aus Sicht der Gäste allerdings deutlich hinter der Linie. Schiedsrichter Yannick Rath hatte es allerdings anders gesehen und ließ weiterspielen.

In der Schlussphase setzte Alexander Kiene dann alles auf Offensive. Die Viererkette wurde aufgelöst, zudem brachte er Aleksandar Jankovic für Dennis Rosin. Ein Wechsel, der sich auszahlen sollte, denn drei Minuten vor Schluss konnten die Gastgeber nicht klären, der Niederländer war zur Stelle und traf zum allemal verdienten Ausgleich für den VfB in die Maschen.

Alexander Kiene: „Nach dem Spielverlauf müssen wir mit dem 1:1 zufrieden sein. Die Mannschaft hat nach dem Rückstand eine gute Mentalität gezeigt, gekämpft und sich mit dem Ausgleich belohnt.  Insgesamt müssen wir uns aber den Vorwurf gefallen lassen, dass wir dieses Spiel nicht gewonnen haben. Wir hatten gerade in der ersten Halbzeit genug Chancen, um schon zur Pause klar zu führen.“

Enis Bytyqi: „Ich bin ehrlich fast etwas überrascht, dass ich so gut drin war im Spiel. Es hat Spaß gemacht. Ich denke, ich brauche noch einige Trainingstage, um wirklich fit zu werden. Zum Glück haben wir noch das 1:1 gemacht. Ich denke, das war auch verdient.“

BSV Rehden: 21 Nick Borgman – 23 Rhami-Jasin Ghandour, 25 Tobias 
Esche, 22 Jakob Lewald – 26 Dominic Cyriacks, 6 Dino Bajric – 4 Marco 
Kaffenberger, 11 Kamer Krasniqi, 18 Shamsu Mansaray (74. 5 Quentin 
Fouley) – 8 Tomislav Ivicic (83. 13 Addy-Waku Menga), 7 Bocar Djumo
Trainer: Heiner Backhaus

VfB Oldenburg: 1 Dominik Kisiel – 5 Jeffrey Volkmer, 25 Kevin 
Kalinowski, 4 Leon Deichmann, 3 Dominique Ndure – 8 Kai Bastian Evers, 
21 Nico Matern – 7 Pascal Steinwender (30. 18 Pascal Richter), 37 
Dennis Rosin (75. 24 Alexandar Jankovic), 20 Ibrahim Temin (62. 9 Enis 
Bytyqi) – 11 Kifuta Kiala Makangu
Trainer: Alexander Kiene

Tore: 1:0 Kamer Krasniqi (65.); 1:1 Alexandar Jankovic (87.)
Schiedsrichter: Yannick Rath – Assistenten: Allen Chen, Ralf Iwanowski
Zuschauer: 444 in den Waldsportstätten
Gelbe Karte: Marco Kaffenberger / Kai Bastian Evers (3.), Enis Bytyqi