Oldenburg. Es ist geschafft! Der VfB Oldenburg hat erstmalig ein Pflichtspiel in der Regionalliga-Nord gegen den SSV Jeddeloh gewonnen. Vor 2.969 Zuschauern feierten die Blauen einen ebenso klaren, wie verdienten 2:0-Sieg gegen den Nachbarn aus dem Ammerland, der durchaus noch deutlich höher hätte ausfallen können. Pascal Steinwender und Enis Bytyqi trafen für die Gastgeber, die nach dem Schlusspfiff von den Fans mit lauten „Derbysieger“-Rufen gefeiert wurden.

Im Vergleich zur Vorwoche hatte Trainer Alexander Kiene die Blauen nur auf zwei Positionen verändert. Patrick Posipal kehrte in die Startelf zurück, zudem stand Jeffrey Volkmer wieder als rechter Verteidiger zur Verfügung. Fabian Herbst und Efkan Erdogan nahmen auf der Bank Platz. Auch taktisch hatte der Fußballlehrer für das Derby eine Idee, die sich auszahlen sollte. Während Posipal im defensiven Mittelfeld zur Schaltzentrale wurde, agierte Kai Bastian Evers neben Kevin Kalinowski als Abwehrchef. 

Maßnahmen, die sich bezahlt machten, denn Posipal war über weite Strecken Dreh- und Angelpunkt des Oldenburger Spiels und Evers schaltete sich mit klugem Passspiel immer wieder ins Oldenburger Aufbauspiel ein. Hinzu kam, dass die Blauen vom Anpfiff an „auf Sendung“ waren. Der Anpfiff des guten Schiedsrichters Yannick Rath lag noch keine zwei Minuten zurück, da wurde es für die Ammerländer erstmals brenzlig. Nach einer Flanke von Enis Bytyqi setzte Kifuta einen Kopfball nur knapp neben das Jeddeloher Tor.

Eine Szene wie ein Wirkungstreffer, denn während der VfB im Vorwärtsgang blieb und sofort Druck aufbaute, kamen die Gäste überhaupt nicht ins Spiel und hatten kaum eine gelungene Offensivaktion. Das zeigte sich dann auch früh auf der Anzeigetafel. „Calli sehen“, lautete die deutliche Botschaft von Alex Kiene in Richtung von Enis Bytyqi und die kam an, denn der schickte seinen Mitspieler mit einem feinen Pass in den Sprint und „Calli“ zündete sofort den Turbo. Der keineswegs langsame Thorsten Tönnies konnte den Oldenburger nicht stoppen und musste zusehen, wie der den Ball gezielt ins lange Eck setzte (8. Minute).

Ein Traumstart für den VfB und ein Schock für Jeddeloh, das weiterhin fast immer einen Schritt zu spät kam, so auch in der zehnten Minute. Diesmal hatte Steinwender für Bytyqi aufgelegt, der im Strafraum das sichere 2:0 auf dem Fuß hatte. Doch der Oldenburger scheiterte erst an Torhüter Pelle Boevink und den Nachschuss konnte Thorsten Tönnies abblocken.

Im Gegenzug wurde es dann erstmals für die Oldenburger gefährlich. Kai Bastian Evers hatte Tim van den Schepop mit einem Foul an der Strafraumgrenze gestoppt, so dass der SSV eine perfekte Freistoßposition hatte. Keven Oltmer zielte allerdings nicht genau genug (11. Minute). SSV-Trainer Jouke Faber hingegen war mit der gelben Karte für den Oldenburger Kapitän nicht einverstanden, sondern forderte vehement einen Platzverweis. Tatsächlich allerdings war Evers nicht „letzter Mann“, weil auch Dominique Ndure noch in Ballnähe unterwegs war. Faber allerdings haderte fortan fast im Dauermodus mit den Entscheidungen des Unparteiischen.

Spielerisch gaben die Oldenburger weiterhin klar den Ton an und hätte ihre Führung bis zur Pause klar ausbauen können. Mehrfach scheiterten sie allerdings mit Schüssen aus der Distanz. Jeddeloh dagegen kam durch van de Schepop nur noch einmal zum Abschluss, der allerdings zu einer sicheren Beute von Torhüter Dominik Kisiel wurde (36.).

Die zweite Halbzeit sollte genauso anfangen wie die ersten 45 Minuten, mit einer Chance für die Blauen. Nach einer feinen Kombination über Evers und Bytyqi kam Steinwender zum Abschluss, doch Boevink verhinderte das 0:2.

Kurz darauf war allerdings auch der Torhüter machtlos. Enis Bytyqi hatte sich den Ball zum Freistoß hingelegt, kurz geschaut und die Murmel dann aus über 25 Metern Entfernung präzise in den Winkel gesetzt – 2:0 für den VfB (56.). In der Folge ließen sich die Oldenburger etwas mehr fallen, um Jeddeloh über schnelles Umschalten den Knockout zu versetzen. Die Gäste hatten zwar jetzt etwas mehr Ballbesitz, konnten damit aber nicht viel anfangen.

Jouke Faber versuchte es deshalb mit personellen Veränderungen. Nachdem er Keven Oltmer bereits durch Nikky Goguadze ersetzt hatte, kam nach 68 Minuten der wuchtige Thilo Töpken für Moritz Seiffert ins Spiel. In der Schlussphase brachte der Niederländer zudem Niklas von Aschwege für Jeremy van Mullem. Beim VfB ersetzte Efkan Erdogan nach etwas mehr als siebzig Minuten Patrick Posipal. Zudem kamen noch Pascal Richter und Maik Lukowicz ins Spiel, die offensiv durchaus noch Wirkung erzielten, ohne dass der dritte Treffer dabei fallen wollte.

Jouke Faber haderte nach dem Spiel mit einigen Entscheidungen des Schiedsrichters, monierte allerdings auch, dass seine Mannschaft zu wenig Chancen herausgespielt habe. Alex Kiene hingegen war mit der Leistung seiner Mannschaft mehr als zufrieden. „Nach der frühen Führung haben wir das Spiel dominiert, hätten aber mindestens noch ein Tor nachlegen müssen.“

VfB Oldenburg: 1 Dominik Kisiel – 5 Jeffrey Volkmer, 8 Kai Bastian Evers, 25 Kevin Kalinowski, 3 Dominique Ndure – 21 Nico Matern, 6 Patrick Posipal (73. 22 Efkan Erdogan) – 7 Pascal Steinwender (88. 16 Maik Lukowicz), 20 Ibrahim Temin – 9 Enis Bytyqi (65. 18 Pascal Richter), 11 Kifuta Kiala Makangu
Trainer: Alexander Kiene

SSV Jeddeloh: 1 Pelle Boevink – 14 Shaun Minns, 5 Jeremy van Mullem (80. 4 Niklas von Aschwege), 33 Muhittin Bastürk, 21 Thorsten Tönnies – 16 Kevin Samide – 7 Bastian Schaffer, 8 Mario Fredehorst – 11 Keven Oltmer (55. 19 Nikky Goguadze), 23 Moritz Seiffert (68. 9 Thilo Töpken) – 10 Tim van de Schepop
Trainer: Jouke Faber

Tore: 1:0 Pascal Steinwender (8.); 2:0 Enis Bytyqi (52.)

Schiedsrichter/in: Yannick Rath – Assistenten: Allen Chen, Ralf Iwanowski

Zuschauer: 2969 im Marschweg-Stadion

Gelbe Karte: Kai Bastian Evers (7.), Patrick Posipal, Efkan Erdogan (3.) / –