Die Frage nach dem Top-Favoriten in der Bezirksliga war im Sommer diesen Jahres allenthalben einfach zu beantworten. Der SV Atlas Delmenhorst wurde zum ersten Titelanwärter erklärt und hat dem auch gar nicht erst widersprochen. Kann es einen schöneren Anreiz für die zweite Mannschaft des VfB Oldenburg geben, als einen Vergleich mit eben diesem Favoriten?

Am Samstag, um 14 Uhr wird das pikante Nachbarschaftsduell im Stadion Düsternort angepfiffen und es wäre keine Überraschung, wenn eine regionalligareife Kulisse den Kick zu einem höchst stimmungsvollen machen würde.

Nur ganz knapp, in der Relegation, verpassten die Delmenhorster in der letzten Saison den Sprung in die Landesliga. Deshalb zu jammern, sich gar lange zu grämen, kam den Verantwortlichen aber gar nicht erst in den Sinn. Allen voran der ehemalige VfBer Jörg Rosenbohm, der sich mittlerweile in Delmenhorst als sportlicher Leiter und Vermarkter engagiert, reagierte gegenteilig. Das Ball spielende Personal wurde deutlich verändert. Vom VfB etwa stürmte Lars Scholz an die Delme und ist dort längst ein Leistungsträger und auch den Bremer Torjäger Iman Bi Ria konnte man davon überzeugen, dass er seine Tore zukünftig doch bitte im blau-gelben Dress für den SV Atlas zu erzielen habe.

Das Konzept geht auf. Atlas ist in dieser Saison noch ungeschlagen und nur aufgrund des schlechteren Torverhältnisses im Vergleich zu Frisia Wilhelmshaven „nur“ Tabellenzweiter. Ein Zustand, der sich bis zum Saisonende wohl ändern dürfte, glaubt zumindest Servet Zeyrek. Der Trainer der zweiten Mannschaft des VfB Oldenburg sieht in den Delmenhorstern die klar am besten besetzte Mannschaft der Bezirksliga. „Sie sind individuell richtig gut, klar besser als alle anderen“, ist er überzeugt.

Daraus zu schließen, dass seine Mannschaft am Samstagnachmittag ohne Chance sei, wäre aber trügerisch und würde der grundsätzlichen Einstellung des ebenso ehrgeizigen, wie sympathischen Oldenburger Trainers total widersprechen. „Wir wollen in Delmenhorst punkten, den Favoriten ärgern. Alles andere wäre doch kein Ziel für uns. Klar, Atlas ist eindeutig der Favorit, aber meine Jungs machen das bislang sehr gut und wir werden uns richtig reinhauen“, verspricht Zeyrek.

Personell allerdings hat er noch das eine oder andere Fragezeichen aufzulösen. „Wir haben viel Verletzungspech und dass wir Kevin Samide an Jeddeloh abgeben mussten, ist natürlich sehr schade. Kevin ist ein toller Spieler, der in dieser Liga natürlich den Unterschied ausmacht und zudem ist er ein super Typ. Aber meine Jungs werden das wegstecken und Vollgas geben“, sagt der VfB-Trainer, der weiterhin auf den verletzten Mascholino Dusaba verzichten muss. „Mascho hat sich leider am Knie verletzt. Ich kann nicht sagen, wie lange er noch ausfallen wird.“

In der vergangenen Woche überzeugte die zweite Mannschaft beim 5:1 gegen den Heidmühler FC in jeder Hinsicht. Der Trainer allerdings will darüber gar nicht mehr groß sprechen. „Das war super, aber ist Vergangenheit. Meine Truppe muss sicher eine noch bessere Leistung zeigen, um in Delmenhorst zu punkten.“ Dabei hofft Servet Zeyrek auf lautstarke Unterstützung. „Zuletzt waren schon viele Zuschauer bei uns, das motiviert uns natürlich. Wenn unsere Fans uns jetzt auch auswärts begleiten, wäre das natürlich super, gerade in Delmenhorst, die ja auch immer viel laustarke Zuschauer haben.“