Oldenburg. „The trend ist your friend“, hat in der langen Geschichte des Fußballs, der einstige Spieler, Manager und Präsident eines nicht ganz unerfolgreichen Vereins aus dem Süden der Republik wiederholt erklärt. Hoffen wir mal, dass das auch am Sonntag, um 14 Uhr, noch stimmt, wenn der VfB Oldenburg auf den Lüneburger SK trifft.

Der Trend spricht in diesem Fall nämlich klar für die Blauen. Dem 2:0-Sieg beim SSV Jeddeloh schickten unsere Jungs am vergangenen Sonntag einen beeindruckenden 6:2-Sieg bei Altona 93 hinterher. Erstmalig in dieser Saison konnte der VfB damit zwei Spiele in Folge gewinnen. Die Lüneburger hingegen haben zuletzt zweimal verloren. Einem 1:5 bei Weiche Flensburg folgte zuletzt ein 1:3 gegen den BSV Rehden. Bleibt die Frage, wer seine Serie fortsetzt.

Einfach, das ist mal sicher, wird es gegen die Lüneburger nicht. Die Kicker aus der Hansestadt sind mit nur einem Punkt aus den ersten drei Spielen schwer in die Saison gekommen, haben dann aber Fahrt aufgenommen und waren über die stattliche Strecke von sechs Spielen ungeschlagen. Mehr noch, sie haben in dieser Phase auch nur einmal die Punkte geteilt.

Der siebte Tabellenplatz darf durchaus als Überraschung gelten, denn im Sommer gab es in Lüneburg eine ordentliche Personalrotation. 14 Spieler wurden verabschiedet, darunter Leistungsträger wie der defensive Mittelfeldspieler Eric Gueye und Torjäger Kevin Krottke. Darüber hinaus wechselte Rainer Zobel den Job. Der einstige Bundesligaspieler und –trainer ist jetzt sportlicher Leiter. Sein vormaliger Assistent Qendrim Xhafolli hat das Traineramt übernommen und ihm ist es gelungen, gleich neun neue Spieler zu integrieren.

Von den Neuen sticht vor allem Thorben Deters heraus. Der Sohn von Bernd Deters, dem langjährigen Kicker des SV Meppen, kam über den Umweg Fortuna Düsseldorf II in die Heide und scheint sich hier richtig wohl zu fühlen. Für den Spielmacher sind bereits acht Treffer notiert. Ihm folgen in der internen Torjägerliste Can Düzel mit sieben und Jonas Seidel mit fünf Toren. Bekanntschaft hat der VfB übrigens auch schon mit einem anderen Neu-Lüneburger gemacht, denn Fabian Istefo wechselte vom SSV Jeddeloh zum LSK, für den er bereits dreimal getroffen hat.

Neben den Offensivkräften bringen die Lüneburger aber auch in Abwehr und Mittelfeld viel Erfahrung und Klasse auf den Rasen. Das beginnt mit Ole Springer im Tor, setzt sich fort über Bastian-Mirko Stech und den wuchtigen Tomek Pauer. „Das ist eine gute Mannschaft“, sagt VfB-Trainer Alexander Kiene, der seine Truppe in dieser Woche gezielt auf den Lüneburger Stil vorbereitet. Der LSK steht defensiv kompakt, wenngleich 27 Gegentore vermuten lassen, dass sich immer mal die eine oder andere Lücke auftut. Offensiv ist der lange Ball ein probates Mittel.

Zuhause tun sich die Lüneburger übrigens leichter als in der Fremde. Auswärts konnten sie zwar zwei Spiele gewinnen, haben aber auch schon fünfmal verloren. 20 ihrer 26 Treffer erzielten sie auf dem heimischen Rasen, wo sie auch nur elf von 27 Gegentoren kassiert haben. Diese Zahlen machen den Oldenburgern Mut, allerdings zeigt der Blick zurück, wie schwer es wird.

Keines der letzten vier Spiele haben die Blauen gewonnen. In der vergangenen Saison unterlag der VfB zuhause 1:2 und in der Serie zuvor hieß es 0:1. Die Oldenburger tun sich offensichtlich auch schwer, gegen die Hansestädter Tore zu erzielen, denn in den letzten sieben Begegnungen hat der VfB nicht einmal mehr als einen Treffer feiern dürfen. Es wird Zeit, das zu ändern.

Kann die Mannschaft an ihre beeindruckende Offensivleistung der Vorwoche anknüpfen, ist der dritte Sieg in Folge sicher möglich. Abstellen muss der VfB aber seine Konzentrationsmängel in der Rückwärtsbewegung.

Schiedsrichter der Begegnung am Sonntag ist Mario Birnstiel von TuSPo Peterhütte. Dem 33-jährigen Polizeibeamten assistieren Maurice Milczewski und Ben-Erik Salb. Birnstiel hat den Wettstreit zwischen Blau-Weiß und Schwarz-Weiß übrigens schon zweimal geleitet. Er war in der vergangenen Saison beim 1:1 ebenso der Schiedsrichter, wie 2016/17 bei einer 1:2-Niederlage des VfB. Die Bilanz der Blauen mit Birnstiel ist durchwachsen. Drei Spiele unter seiner Leitung haben wir verloren, gegen Norderstedt hieß es in der vergangenen Saison 2:2 und den FC St. Pauli II konnte der VfB 2:1 schlagen.