Am gestrigen Montagabend fand die 36. Delegiertenversammlung des VfB Oldenburg v. 1897 e.V. statt. Wir werden an dieser Stelle noch ausführlich über die Inhalte berichten, wollen jedoch die Rede des VfB-Vorstandsvorsitzenden Wilfried Barysch vorab veröffentlichen.

„Sehr verehrte Delegierte des VfB Oldenburg, liebe VfB-Familie,

diese Delegiertenversammlung wurde von vielen sehnsüchtig erwartet. Auch von mir, denn heute haben wir die Gelegenheit Klartext zu sprechen und hoffentlich mit einer besseren Stimmung in die Zukunft zu gehen. Doch mir ist es wichtig, eines vorab klarzustellen. Wir haben in den vergangenen Monaten und Jahren hart und viel gearbeitet, um den VfB Oldenburg weiter voran zu bringen, ihn wirtschaftlich gut aufzustellen und noch besser im Bewusstsein der Menschen in Oldenburg zu verankern. Aber wie überall, wo viel gearbeitet wird, passieren auch Fehler. Der Vorstand weiß, dass auch er in letzter Zeit Fehler gemacht hat, wir unsere Entscheidungen und Handlungen nicht immer ausreichend erklärt und kommuniziert haben. Das ist nicht gut und tut uns leid. Dafür sagen wir „Entschuldigung“.

Vieles dreht sich bei uns um den Fußball und hier um unsere 1. Herrenmannschaft. Das ist richtig, denn Fußball ist die Sportart Nummer 1 in Deutschland und die Regionalliga-Mannschaft das Aushängeschild des VfB Oldenburg. Aber auch unsere anderen Abteilungen sind uns wichtig, denn dort wird ebenfalls gute Arbeit geleistet und viel ehrenamtliches Engagement eingebracht. Ihr könnt Euch davon selber überzeugen, denn die Leiter der Abteilungen werden im Anschluss ihre Berichte abgeben. Wir sind recht gut informiert, denn wir halten regelmäßig die erweiterte Vorstandssitzung mit allen Abteilungsleitern ab und ich freue mich jedes Mal wie großartig die Entwicklung in den einzelnen Sparten ist. Besonders der Fan- und Förderabteilung kommt hier eine wichtige Aufgabe zu, nämlich als ausgleichendes Element zwischen den Abteilungen. Die Arbeit der FuFa genießt großen Respekt der anderen Abteilungen. Tolle Arbeit, vielen Dank dafür.

Zurück zum Fußball. Wir haben die vergangene Saison mit dem 8. Tabellenplatz abgeschlossen. Das war akzeptabel, aber natürlich wollten wir mehr. Nach einer guten Vorbereitung sind wir hochmotiviert in die neue Saison gegangen. Dann kam dieses großartige Pokalspiel gegen Meppen und wir alle dachten, das wird unsere Saison. Nach dem Spelle-Spiel sind wir dann alle wieder knallhart auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Wir sind dann leider relativ schnell zu dem Schluss gekommen, etwas verändern zu müssen und haben uns dann erst von Dietmar Hirsch und kurz danach von Ralf Voigt getrennt. Diese Entscheidungen haben wir uns wirklich nicht leicht gemacht, zumal die Trennung von einem Menschen immer mit Schmerzen auf beiden Seiten verbunden ist. Doch auch wenn der Mensch immer im Vordergrund stehen sollte, waren wir gezwungen zu reagieren. Wir hatten bewusst investiert und einen Fußballlehrer und einen Sportdirektor mit Erfahrung aus der Bundesliga und 2. Liga geholt, um uns weiterentwickeln zu können. Sie waren Teil des Plans, uns langsam aber stetig zu verbessern. Dieser Plan ist aber leider nicht aufgegangen.

Wir haben uns dann für Stephan Ehlers und Christian Thölking entschieden und sind überzeugt, dass sie unsere Mannschaft bald wieder in die Erfolgsspur bringen. Ganz wichtig war für uns, dass die beiden zum VfB Oldenburg passen wie die Faust auf’s Auge. Sie sind mit dem Verein, der Stadt und der Region verbunden und sehen unseren VfB nicht nur als Sprungbrett, als Durchgangsstation für höhere Weihen. Das ist uns besonders wichtig, dann wir streben eine lange Zusammenarbeit an und wollen hier zusammen etwas entwickeln – mit Kontinuität und Geduld.

Die Stimmung im Verein ist seit einiger Zeit nicht die beste, ist aber trotzdem nur schwer zu greifen. Wie oft haben wir im Vorstand und Geschäftsführer zusammengesessen und uns gefragt: Was ist eigentlich passiert??? Was ist eigentlich los??? Natürlich fragen wir uns auch, ob es daran liegt, dass wir falsch oder nicht ausreichend kommuniziert haben. Das spielt sicherlich auch eine Rolle und wir werden uns in dieser Hinsicht verbessern. Trotzdem ist ein offenes Wort, das direkt an uns gerichtet wird, immer noch am besten.

Daher freue ich mich auf die Aussprache, weil wir hier und heute die Gelegenheit haben zu sprechen, weil wir hier sofort sachlich antworten können und nicht auf irgendwelche Berichte, „Scheißhausparolen“ etc. reagieren müssen. Auch wenn wir Fehler gemacht  haben, es ist anstrengend und schwierig auf alles immer gleich eine Stellungnahme abzugeben. Inzwischen sind wir soweit, dass wir bei unseren Entscheidungen nicht mehr vordringlich darüber nachdenken, ob es gut für den Verein ist, sondern wie es in der Öffentlichkeit ankommt und was wir für Reaktionen befürchten müssen. Müssen wir das wirklich, bzw. ist das der richtige Weg?

Der Vorwurf, wir müssen selbstkritischer sein, weniger schönreden und mehr Offenheit und Ehrlichkeit leben, ist berechtigt. Hieran müssen wir arbeiten. Aber auch die Leute, die über uns herziehen, sollten ihr Verhalten überdenken. Da werden aufgrund von Halbwahrheiten falsche Schlussfolgerungen gezogen, die als Mutmaßungen ihren Weg durch die sozialen Netzwerke antreten und dabei zu feststehenden Wahrheiten mutieren. Am Ende bleiben unhaltbare Vorwürfe, von denen keiner weiß, wer sie eigentlich in die Welt gesetzt hat. Das blockiert die Arbeit im Vorstand und in der Geschäftsführung. Wir sind nicht mehr damit beschäftigt, den Verein zu entwickeln, sondern nur noch uns zu verteidigen. Dabei finde ich das noch nicht einmal am Schlimmsten. Am Schlimmsten ist, dass dabei Menschen persönlich angegriffen, ihre Gesundheit ruiniert und ihre Reputation zerstört wird. Menschen, die sich für den VfB einsetzen und deren Ziel es ist, den Verein weiter zu bringen. Wir sind ein offener Verein. Jeder ist eingeladen, sich einzubringen und uns zu unterstützen. Aber es gibt scheinbar Leute, die lieber in ihrem Zimmer hocken und Hetzparolen in ihren Computer hacken als rauszugehen und sich ehrenamtlich zu engagieren.

Ein Beispiel: Dass wir die Rechnung an den Stadtsportbund nicht fristgerecht bezahlt haben war natürlich großer Mist. Aber wir hatten eine schriftliche Zusage, den Betrag etwas später zahlen zu dürfen. Das wurde in einer Sitzung des Stadtsportbundes thematisiert, die eigentlich nichtöffentlich war. Trotzdem war dieser Sachverhalt ruckzuck in der Öffentlichkeit. Das hat uns geärgert, aber letztlich entsprach der Sachverhalt ja den Tatsachen. Doch plötzlich stand die Behauptung im Raum, der VfB sei pleite. Und wir waren in den darauf folgenden Tagen nur damit beschäftigt, Spielern, Angestellten, Sponsoren und Verbänden zu erklären, dass das nicht stimmt. So etwas darf nicht passieren!

Wir haben den Betrag dann noch vor dem neuen Termin bezahlt. Trotzdem ist uns natürlich klar, dass die Sache an sich nicht gut war. Das tut uns leid und soll nicht wieder passieren. 

Dann das erste Saisonspiel in Lübeck, auf das ich mich riesig gefreut habe. Zum einen weil es live im Fernsehen übertragen wurde, zum anderen weil wir hofften den Zukunftspreis gewinnen zu können. Wir sind schon einen Tag vorher angereist. Dann nahm das Drama seinen Lauf. Erst die Mitteilung, dass die Trikots nicht rechtzeitig gekommen sind und wir in Leibchen spielen müssen. Das war ja noch nicht genug, denn dann bekommt Klaus Baumgart die Gelegenheit seinen Frust aus vergangener Zeit vor großem Publikum an den jetzt handelnden Personen auszulassen.

Uns wurde vor laufender Kamera Dilettantismus vorgeworfen, obwohl Herr Baumgart uns gar nicht kennt. Das fand ich persönlich viel schlimmer als das Leibchen-Thema. Hier hatten wir keinerlei Chance gegen zu wirken.

Dass wir wegen der Leibchen von der Presse auf die Mütze bekommen haben ist okay. War ja auch blöd. Nicht okay ist aber, dass der Zukunftspreis, auf den wir stolz sind und in den viele Kollegen viel Arbeit investiert haben, nur kurz erwähnt wird. Und wir dann auch noch in der NWZ lesen müssen, von dem Geld könnten wir ja Ersatztrikos kaufen. Das war gemein und nicht in Ordnung. Man bekommt dann schon mal den Eindruck, es macht Spaß dem VfB „immer wieder auf die Fresse zu hauen“. Wir wissen natürlich wie hoch das Medieninteresse am VfB Oldenburg ist, und freuen uns auch darüber. Dann stelle ich mir immer gerne vor, wie das wohl ist, wenn wieder der sportliche Erfolg dazu kommt. Gar nicht auszudenken.

Zu den vielen Gerüchten, die so kursieren, möchte ich gerne etwas sagen. Zu einigen, nicht zu allen. Das bedeutet aber nicht, dass jedes Gerücht, zu dem ich jetzt nichts sage, wahr ist. Es ist einfach so viel Blödsinn im Umlauf, wenn ich zu allen Stellung nehmen wollte, werden wir heute Abend nicht mehr fertig:

Erstens: Es wird behauptet, der Geschäftsführer beziehe ein Bruttojahresgehalt von 120.000,– Euro. Das ist falsch.

Ich habe die Erlaubnis von Philipp, sein Gehalt offenzulegen. Philipp Herrnberger bekommt als Geschäftsführer rund 50.000,– Euro brutto pro Jahr. Netto bekommt er jeden Monat ca. 2000,– Euro ausgezahlt.

Zweitens: Es wird behauptet, Philipp fährt einen Dienstwagen im Wert von 100.000,– Euro. Das ist falsch.

Fakt ist das uns ein treuer und guter Sponsor einen günstigen Dienstwagen als Vorführwagen im Wert von 46.000,– Euro zur Verfügung gestellt hat. Der kostet uns im Monat 400,– Euro. Philipp hat vor kurzer Zeit darum gebeten eine kleinere Version zu fahren, weil viel darüber geredet wird. Das fand der Sponsor übrigens gar nicht so witzig, da er es nicht nachvollziehen konnte. Wir werden jetzt bei dem neuen Auto 40,– Euro im Monat sparen.

Drittens: Es wird behauptet, dass wir monatlich 8.000,– Euro für Haferkleie aus Hirschs Firma ausgeben. Das ist nicht nur falsch, sondern vollkommen hanebüchen.

Mir ist nicht bekannt, dass Dietmar Hirsch eine Firma hat und Haferkleie vertreibt. Völliger Blödsinn. Sorry.

Viertens: Es wird behauptet, alle 30 geholten Spieler kamen aus der Spielerberatung Brasas. Das ist nicht richtig. Ich habe nicht genau gezählt. Es müssten aber 3 Spieler sein. Wir geben übrigens grundsätzlich kaum Geld für Spielerberater aus.

Fünftens: Es wird behauptet, Philipp Herrnberger löscht oder sperrt Facebook-Konten von Leuten, die Kritik äußern. Das hat Philipp nicht gemacht, es wurden nur Kommentare gesperrt, wenn sie die sachliche Ebene verlassen haben, zu sehr ins persönliche gehen und damit gegen die Netiquette verstoßen. Das hat dann unser Social-Media-Administrator gemacht. Bevor uns jetzt wieder jemand mangelnde Transparenz vorwirft: Die Netiquette steht öffentlich einsehbar auf unserer facebook-Seite.

Sechstens: Eine Frage, die immer wieder aufkommt, ist, wie viel Geld der Verein für Spesen ausgibt. Antwort: Sehr wenig, nur rund 1.500– Euro in der letzten Saison. Der Geschäftsführer lädt sicher vielleicht Geschäftspartner mal zum Geschäftsessen ein. Das war es dann auch schon. Der Vorstand rechnet gar keine Spesen ab.

Siebtens: Es wird behauptet, die Verwaltung werde permanent erweitert, kostet zu viel und für die Mannschaft ist kein mehr Geld da. Das ist falsch.

Richtig ist, dass wir die Verwaltungskosten verringert haben. Ein Beispiel: Wir konnten in der Buchhaltung Personalkosten einsparen, weil wir eine Möglichkeit gefunden haben, die Arbeiten von unserem Steuerbüro ohne zusätzliche Kosten erledigen zu lassen. Zudem haben wir viele Praktikanten auf der Geschäftsstelle, die kein Gehalt erhalten.

Das Budget für die erste Mannschaft hingegen ist in dieser Saison so hoch wie noch nie, seit dem ich dabei bin. Wir haben nur leider eine hohe Verletztenrate.

Achtens: Es wird behauptet, dass die Vereinsführung hohe Beträge aus der Vereinskasse bekommt.

Wenn damit Vorstand und Aufsichtsrat gemeint ist sage ich dazu folgendes: Wir bekommen nicht einen Cent vom Verein, denn wir arbeiten alle ehrenamtlich. Ich muss ehrlich gestehen, so etwas macht mich traurig. Wenn wir z. B. eine Sitzung haben wie die erweiterte Vorstandssitzung, dann bezahle ich die belegten Brötchen aus meinem Privat-Portemonnaie. Das nur mal so als Beispiel.

Zurück zum Thema schlechte Stimmung und was wir tun können. Wir haben teilweise den Weg der internen Kommunikation verlassen. Deshalb haben wir vor kurzer Zeit mit unseren Funktionsträgern zusammengesessen, uns ausgesprochen und werden diese wichtigen Treffen wieder regelmäßig und bei Bedarf durchführen. Wir haben unter anderem beschlossen ein neues Team Öffentlichkeitsarbeit mit Marc Nienaber und Andreas Capelle zu gründen, die rund um das Team weitere Helfer zum Thema Medien- und Öffentlichkeitsarbeit dazugewinnen möchten. Marc Nienaber fungiert als gemeldeter Medienverantwortlicher. Ein wichtiger Baustein zur besseren Kommunikation.

Schlechte  Stimmung ist sicher auch, weil allen bewusst ist, dass wir wirtschaftlich nicht auf Rosen gebettet sind. Ja es ist richtig, dass wir eine angespannte Liquidität haben. Das habe ich in meiner Zeit aber noch nie anders erlebt. Ja es ist richtig, dass wir unsere Rechnungen nicht immer pünktlich bezahlen und viel mit Ratenzahlungen arbeiten. Richtig ist aber auch,  dass wir bis jetzt immer alles bezahlt haben, auch wenn es manchmal länger dauert. Das geht anderen Vereinen aber auch so, nur darüber wird nicht geredet. Als der ehemalige Präsident des niedersächsischen Fußballverbands uns bei einem Sponsorenabend besuchte, erzählte er mir und dann den Sponsoren, dass für einen Verein wie Germania Egestorf die Regionalliga wie die Champions-League ist. Für einen Traditionsverein wie den VfB Oldenburg geht es hingegen nur darum zu investieren und möglichst bald aufzusteigen, sonst wird es wirtschaftlich eng. Genau das ist unser Problem. Wir versuchen Jahr für Jahr ein ausgeglichenes Budget hinzubekommen, das ist aber verdammt schwierig. Gewinne schaffen wir eh nur, wenn wir sportlichen Erfolg haben. Wir waren dreimal hintereinander im Halbfinale des Pokals und haben es dreimal nicht geschafft, ins Finale zu kommen. Einmal hätte schon gereicht  und es ginge uns wirtschaftlich besser, viel besser. Hätte, hätte …

Wir haben auf der Kostenseite jeden Stein umgedreht, mehr geht nicht.

Es gibt aus unserer Sicht nur folgende Möglichkeiten: Investieren mit Risiko und den sportlichen Erfolg erzwingen, oder wirklich das Budget der ersten Mannschaft so weit runterzufahren, dass wir sicher mit unseren Einnahmen auskommen. Das birgt aber auch das Risiko abzusteigen. Andererseits ist der Versuch einen Aufstieg mit Geld zu erzwingen eine risikoreiche Wette auf die Zukunft. Klappt es nicht, droht dem Verein die Pleite. Beispiele im deutschen Fußball gibt es genügend: Alemania Aachen, VfR Aalen, FSV Frankfurt, Kickers Offenbach, FC Homburg, Borussia Neunkirchen, SSV Ulm …

Für welchen Weg wir uns entscheiden, können wir nachher gerne bei der Aussprache diskutieren. Wir sind für jeden Rat, Tipp usw. dankbar, wie man es besser machen kann. Wir haben uns schon sehr viel Rat geholt, die Lösung konnte uns aber keiner bieten. Hier müssen wir in naher Zukunft Ideen entwickeln, und da brauchen wir die Unterstützung unserer Mitglieder, Fans und Sponsoren. Also wenn wir hier kreativ werden, dann nicht mit uns meckern und schimpfen, sondern helft uns, denn nur gemeinsam sind wir stark und können das schultern.

Wir haben auf jeden Fall nichts zu verheimlichen, die Zahlen werden auf jeder Delegiertenversammlung offen gelegt und stehen im Protokoll, das auf der Geschäftsstelle einsehbar ist. Wir werden auch im Dezember auf einer Sponsorenveranstaltung sehr offen mit unseren Zahlen umgehen. Diesen Vorwurf kann man uns nun wirklich nicht machen.

Bei allem, was in der Vergangenheit nicht so gut gelaufen ist, habe ich ein Problem damit, wie wir miteinander umgehen. Klaus Berster, wir und ich haben zurzeit das Gefühl, dass es einigen Leuten nicht um den Verein geht, sondern dass sie ihre eigenen Interessen sehr in den Vordergrund rücken.

Dass das Fußballgeschäft den Ruf hat schmutzig zu sein, ist bekannt.

Ich frage Euch aber: Müssen wir das beim VfB zulassen?!

Nein, müssen wir nicht. Es gibt viel Misstrauen. Das muss aufhören.

Wie mit dem Mensch Philipp Herrnberger umgegangen wurde hat mir überhaupt nicht gefallen. Kritische Kritik ist erlaubt und erwünscht. Aber diese persönlichen Angriffe gingen deutlich zu weit. Das dann ein ehrenamtliches Mitglied, das ich eigentlich sehr schätze, beim Vorstand Christian Rowold anruft und darauf drängt, Philipp abzusetzen, hat mir die Sprache verschlagen. Das ist nicht der VfB Oldenburg, wie ich ihn mir vorstelle. Ich denke und hoffe so stellt auch ihr Euch den VfB Oldenburg nicht vor.

Noch ein Beispiel: ein Mitglied tritt zum 31.12.2017 aus dem Verein aus, lässt sich aber noch zum Delegierten wählen. Er schreibt den Vorstand an, prangert angebliche Missstände an und fordert Konsequenzen. Es gibt ein klärendes Gespräch mit dem Vorstand. Beim nächsten Treffen wird dem Vorstand der Rücktritt nahegelegt, wir sollen doch nicht an unseren Stühlen kleben. Nur mal so: wir kleben nicht an unserem Stuhl, wir haben eine Verantwortung für den VfB Oldenburg übernommen und dazu stehen wir. Wir stehen im Dienste des VfB Oldenburg und ordnen dem alles andere unter. Nun kommt es aber: Kaum war die Meldung raus, dass Philipp geht, bekam ich eine Mail von dem Noch-Mitglied. Darin fragt er, ob wir die Stelle von Philipp wieder vergeben. Er hätte Interesse. Ich sage jetzt mal nicht, was ich in dem Moment gedacht habe. Das ist nicht der VfB Oldenburg, wie ich ihn mir vorstelle. Ich denke und hoffe Ihr stellt Euch den VfB Oldenburg auch nicht so vor.

Übrigens könnte ich noch lange so weiter machen, aber ich belasse es jetzt dabei.

Nun aber mal etwas Positives:

Wir wollen, dass der Verein sich in der Zukunft wieder breiter aufstellt und langsam aber stetig zu alter Mitgliederstärke zurückfindet. 773  Mitglieder waren es 2015. 922 im Jahr 2016. Ich freue mich, Euch sagen zu können: Wir sind mittlerweile bei 1.090. Das ist eine Steigerung von mehr als 18 Prozent!

Aber auch dieses Jahr sage ich: 1.090 Mitglieder sind einfach zu wenig.

Wir werden alles dafür tun, dass sich diese Zahl in den nächsten Jahren weiter nach oben bewegt, denn ein Verein zieht seine Identität und Stärke aus seinen Mitgliedern. Ich würde mich freuen, wenn jeder, der sich dem VfB  Oldenburg verbunden fühlt, zukünftig auch Mitglied des VfB Oldenburg ist. Ziel: 1897. 

Was sich weiterhin sensationell entwickelt hat, ist das Engagement unserer Ehrenamtlichen. Was hier alles auf die Beine gestellt wurde ist unfassbar! Vielen, vielen Dank an Euch dafür.

Nun möchte ich Dank sagen an Philipp. Philipp, Du hast einen guten Job gemacht, hast sehr viel auf den Weg gebracht und wirst dem VfB und uns, mir persönlich, fehlen. Du gehst im Guten, bleibst uns als Mitglied erhalten und ich bin mir sicher irgendwann auch wieder in einer Funktion, welcher auch immer. Wir wünschen Dir für Deinen weiteren Lebensweg alles Gute und bleibe gesund.

Ich möchte mich bei meinen Vorstandskollegen und beim Aufsichtsrat für die vertrauensvolle und sehr gute Zusammenarbeit bedanken.

Auch möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich bei Ihnen und Euch für das Engagement und die Treue zum VfB Oldenburg zu bedanken. 

Eine große Bitte hätte ich aber noch am Schluss meiner Rede:

Als ich im Juli 2013 Mitglied des Vorstands wurde und ein Jahr später das Amt des Vorstandsvorsitzenden übernahm, hatte ich mir vorgenommen, aus dem VfB Oldenburg wieder einen richtigen Verein zu machen und nicht – wie es anderorts passiert – eine Fußball-Aktiengesellschaft. Ein Verein, der offen ist für viele Menschen mit unterschiedlichen sportlichen Leidenschaften und der auf ehrenamtlichem Engagement und mit Herzblut funktioniert. Ein Verein, in dem nicht nur irgendwelche Bosse, sondern in dem jeder mitreden darf. Wenn ich mir ansehe, wie groß das Interesse an der Delegiertenversammlung ist, wie sich die Abteilungen entwickeln, dann können wir sagen: Der Verein lebt!

Es wird zurzeit viel geredet und diskutiert beim VfB und über den VfB. Das ist gut und so soll es auch  sein. Ich wünsche mir nur so manches Mal ein wenig mehr Ehrlichkeit und Offenheit und Wertschätzung dem Anderen gegenüber. Diskutieren ja, gerne und lange und immer sachlich und wenn es persönlich wird sollte die Diskussion ganz schnell zu Ende sein. Das wünsch ich mir zum Ende dieses Jahres. Bitte …

Vielen Dank.“