Schon am Samstag, um 15 Uhr wird im Sportpark Osternburg das Stadtduell zwischen dem gastgebenden GVO und dem VfB Oldenburg II angepfiffen. Grund genug, an dieser Stelle ein ganz dickes Dankeschön in Richtung der Osternburger loszuwerden, die ganz unbürokratisch einer Vorverlegung des Spiels zugestimmt haben.

„Wir haben ja mittlerweile eine ganze Reihe von Stammzuschauern, die alle auch unsere erste Mannschaft unterstützen. Aus diesem Grund haben wir beim GVO gefragt, ob sie zu einer Verlegung bereit wären, damit unsere Fans das Spiel sehen und am Sonntag die Erste in Norderstedt unterstützen können. Der GVO hat sofort zugesagt. Das ist richtig klasse“, findet VfB-Trainer Servet Zeyrek. Ein Dankeschön in Form von Punkten möchte der Trainer der zweiten Mannschaft der Blauen dann aber nicht rausrücken. „Auf keinen Fall. Das ist ein ganz wichtiges Spiel für uns“, sagt er.

Der zeyreksche Ehrgeiz hat natürlich mehrere Gründe. Trainer des GVO ist schließlich Ralf Voigt, der sportliche Berater des VfB. „Wir haben schon ein wenig gefrotzelt und es ist doch klar, dass der Verlierer des Derbys hinterher den einen oder anderen Spruch kassiert“, sagt der VfB-Trainer lachend. Tatsächlich ist es natürlich insbesondere die Tabellensituation, die bei den Blauen für große Motivation sorgt. Die Mannschaft hat sich längst gefunden und zählt zur Spitzengruppe der Bezirksliga. Tabellenplatz drei weist die Bilanz nach elf Spielen aus, von denen die Zeyrek-Elf deren acht gewonnen hat. Lediglich zweimal wurde verloren. „Das ärgert mich heute noch“, sagt der Trainer und denkt dabei in erster Linie an eine unglückliche Niederlage in Delmenhorst.

Als die Blauen beim Liga-Primus antreten mussten, war die Unterstützung des Kaders durch den damaligen Cheftrainer Predrag Uzelac noch nicht ganz so nachhaltig ausgeprägt. Das ist mittlerweile ganz anders. „Mit Dietmar Hirsch klappt die Zusammenarbeit wirklich sehr gut. Er hat immer ein offenes Ohr und ganz klare Vorstellung, wie die Zweite unterstützt werden kann“, erzählt Zeyrek, der sicherlich auch beim GVO auf den einen oder anderen Reservisten aus dem Regionalligakader bauen wird. Das ist auch notwendig, denn mit Marcel Naber fällt ein Leistungsträger der Zweiten am Samstagnachmittag aus. „Ihn zu ersetzen ist schwer. Marcel hat sich sehr gut entwickelt.“

Dennoch ist der VfB-Trainer optimistisch. „Wir wollen den Rückstand auf Atlas auf keinen Fall anwachsen lassen, also müssen wir beim GVO gewinnen.“ Das wird alles andere als einfach. Die Osternburger sind zwar „nur“ Tabellenzehnter, haben allerdings auch ein ausgesprochen schweres Programm hinter sich und schon gegen fast alle Spitzenmannschaften gespielt. Dabei sah die Elf von Ralf Voigt meist gut aus, allein oft fehlte das Glück, um zu punkten. Bei der Niederlage gegen Delmenhorst etwa wurden den Osternburgern beim Stand von 0:0 ein klarer Strafstoß verweigert. „Ich habe sie mehrfach gesehen. Das ist eine gute, kampfstarke Mannschaft, die unglaublich viel Offensivpower hat. Wir dürfen sie auf keinen Fall unterschätzen, sondern müssen von Anfang an die richtige Einstellung zeigen“, sagt Zeyrek.

Beim letztlich klaren 2:0-Sieg über TurAbdin Delmenhorst war der Trainer vor allem mit der ersten Halbzeit überhaupt nicht zufrieden. „Da haben wir als Mannschaft nicht funktioniert. Das ging gar nicht“, ärgert sich Zeyrek. Besser sei es erst geworden, nachdem er seinen Spielern in der Halbzeitpause einige deutliche Worte gesagt haben. „Ich habe mich echt geärgert, weil wir uns fahrlässig das Leben selbst schwer gemacht haben. Fußball muss aber Spaß machen, dann hat man auch Erfolg.“

Auf einen hohen Spaßfaktor hofft Servet Zeyrek auch am Samstagnachmittag. Der Trainer selbst wünscht sich zudem, dass er das Tun seiner Mannschaft entspannt verfolgen kann. Große Laufeinheiten an der Seitenlinie sind nämlich nicht drin, weil Zeyrek sich beim Spiel einer VfB-Mannschaft gegen eine Auswahl von Flüchtlingen leicht verletzt hat. „Ich bin umgeknickt. Das war schon ärgerlich, aber sonst hat es mir riesigen Spaß gemacht. Eine super Sache, denn man hat gemerkt, wie dankbar die Menschen dafür waren.“