Oldenburg. Ein Spiel steht noch an, dann ist sie rum, die Vorrunde der Saison 2019/20. Der Finale Auftritt hat es allerdings in sich, denn unsere Blauen spielen am Samstag, um 14 Uhr, beim Heider SV. Der Aufsteiger steckt zwar im Tabellenkeller, doch die Euphorie ist nach wie vor groß, rund um den „kleinen HSV“, der sich mit aller Macht gegen die Fortsetzung der Oldenburger Siegesserie stemmen wird.

Die Vorzeichen sprechen natürlich erstmal für den VfB Oldenburg. Unsere Jungs sind gut drauf, vor allem in offensiver Hinsicht. Elf Tore haben die Blauen in den letzten drei Spielen erzielt, dreimal gewonnen und deshalb auch noch jede Menge Selbstvertrauen getankt. Der Heider SV dagegen hat in den zurückliegenden vier Begegnungen satte 16 Gegentreffer schlucken müssen. Aber Achtung, das Kellerduell beim HSC Hannover haben die Schützlinge von Trainer Sönke Beiroth 2:1 gewonnen und bei den Niederlagen waren die Gegner die Spitzenmannschaften aus Wolfsburg und Kiel sowie die derzeit bärenstarken Rehdener.

Klar ist allerdings auch, dass der VfB im hohen Norden als Favorit ins Spiel geht. Der Heider Aufstieg im Sommer war ein durchaus überraschender. Weil Meister NTSV Strand 08, Vize TSB Flensburg und der SV Todesfelde auf die Teilnahme verzichteten, durfte der HSV in der Relegation gegen Altona 93 und den Bremer SV antreten. Mit Erfolg, denn im „Endspiel“ reichte den Heidern vor mehr als 3.000 Zuschauern ein 1:1 zum Sprung in die Regionalliga.

Die Euphorie ist nach wie vor groß, rund um das eigentlich 11.000 Zuschauer fassende Stadion an der Meldorfer Straße. Fast 1.500 Zuschauer kommen durchschnittlich zu den Heimspielen, was in der Zuschauertabelle Rang drei entspricht. An mangelnder Unterstützung werden die Heider also nicht scheitern, die übrigens nach dem Aufstieg ihrem Konzept treu geblieben sind. Statt mit aller Macht und den dazugehörigen Investitionen erfahrene Kicker nach Heide zu lotsen, wurden fast ausnahmslos Spieler aus der Region verpflichtet. Elf Neuzugänge kamen zum HSV, zehn Spieler verließen den Kader, aber nur deren drei den Verein. Sieben Spieler hingegen wechselten in die zweite Mannschaft.

Der Abstiegskampf ist natürlich sportlicher Alltag in Heide, das drei von 15 Spielen gewinnen konnte und in drei weiteren Spielen zumindest punktete. Bemerkenswert ist dabei, dass der HSV mit der derzeitigen Konkurrenz im unteren Tabellendrittel mithalten kann. Sowohl die Nachwuchskicker von Hannover 96 als auch die des FC St. Pauli unterlagen in Heide mit 0:2 und gegen Altona hieß es 2:2.

Leitungsträger der Schwarz-Weißen sind Jan Wandsiedler, der bereits fünf Treffer erzielt hat. Auch eher unverzichtbar sind Stürmer Jonah Gieseler, der zweimal erfolgreich war, sowie Leif Hahn und Steffen Neelsen, die in 14 von 15 Spielen am Ball gewesen sind. Heide kickt übrigens einen fairen Stiefel, denn bislang musste noch kein Akteur des Regionalliga-Neulings vorzeitig vom Platz.

Alexander Kiene schaut derweil nicht nur auf den Gegner, sondern vor allem auf seine eigene Mannschaft, die zuletzt offensiv begeisterte, defensiv aber zu viele Lücken gelassen hat. „Die Grundrichtung bei uns stimmt, aber die Gegentore ärgern mich. Das muss auf jeden Fall deutlich besser werden“, sagt der VfB-Trainer, der offen lässt, ob es in der Aufstellung Veränderungen geben wird. Die Möglichkeit sei da, sagt er und verweist auf den zunehmenden Konkurrenzkampf im Kader, der sich nochmal verschärft hat, denn Andrej Startsev hat seine Verletzung überwunden und könnte wohl wieder spielen.

Das Mittel zum Erfolg sei denkbar einfach, so Kiene. „Heide ist zuhause stärker als auswärts und kann im eigenen Stadion jeden Gegner vor Probleme stellen. Der Platz ist nicht der beste. Das sind die Rahmenbedingungen und die muss man annehmen. Tut man das nicht, ist man auch nicht erfolgreich“, sagt der Fußballlehrer, der erwartet, dass seine Mannschaft mit der richtigen Einstellung ins Spiel geht und von Anfang an Druck macht. „Wir sind zuletzt immer gut ins Spiel gekommen, das würde uns am Samstag auch helfen.“

Schiedsrichter ist übrigens Konrad Oldhafer vom SC Poppenbüttel, ihm assistieren Florian Schwarze und Devin Wengorz. Unter der Leitung von Oldhafer hat der VfB bislang noch nicht gewinnen können. Beim VfB Lübeck hieß es 0:2, beim Lüneburger SK und gegen den SV Drochtersen/Assel 1:1. Eine Statistik, die nach einer schönen Veränderung verlangt.