Am Sonntagnachmittag kurz vor 17.00 Uhr im Stadion in Jeddeloh II war es endlich soweit. Das Spiel fand nach regulärer Spielzeit keinen Sieger und da es im NFV-Pokal keine Verlängerung gibt, traten beide Mannschaften unmittelbar zum Elfmeterschießen an. Beim VfB hatten bisher alle vier Schützen getroffen, so dass Jeremy van Mullem antrat, um das direkte Duell für den SSV auszugleichen. Er schoß unten halblinks, doch Oldenburgs Torhüter Dominik Kisiel konnte den Schuss mit den Beinen abwehren. Erster verhaltener Jubel, denn nun musste Nico Matern treffen, um den VfB in die nächste Runde zu schießen. Der 26-Jährige Neu-Oldenburger legte sich den Ball zurecht, nahm Anlauf … Schuss. Der Rest war Jubel in blau-weiß.

Die erste Überraschung gab es bereits vor dem Anpfiff. Im Spielberichtsbogen wurde der Ex-Bundesligaprofi Jan Rosenthal, der bisher beim VfB mittrainierte und sich dort fit hielt, in der Startaufstellung geführt. Eine Nachricht, die beim Oldenburger Anhang Optimismus aufkommen ließ. Rosenthal zeigte bereits in den ersten Minuten seine Qualität, als er einen Ball nur knapp neben das Tor der Gastgeber köpfte. Der VfB spielte engagiert und brachte den Gegner mit einem schnellen Umschaltspiel unter Druck. Die Oldenburger hatten zu diesem Zeitpunkt die größeren Spielanteile, gingen aber mit den Möglichkeiten, die sie sich erspielten, zu sorglos um.

In der 18. Minute wurde Tim van de Schepop, der zu dieser Saison aus der zweiten Mannschaft von Twente Enschede an den Küstenkanal kam, von seinem Landsmann van Mullem geschickt. Dieser drang fast ungehindert von links in den VfB-Strafraum ein und schob den Ball zur Führung ins lange Eck. Die „Holland-Connection“ um Cheftrainer Jouke Faber schien Früchte zu tragen.

Die Blauen waren vom Gegentreffer nur kurz beeindruckt. Sie kämpften weiter, aber konnten ihre Chancen zunächst nicht nutzen. Dies änderte sich in der 39. Minute. Ibo Temin flankte auf Pascal Steinwender, der gab zurück auf den mitgelaufenen Richter. Unsere Nummer 18 regierte blitzschnell und schoß den Ball direkt aus spitzem Winkel zum verdienten Ausgleich ins gegnerische Tor. Mit diesem Spielstand ging es für die Mannschaften auch in die Kabinen.

In der 66. Minute zeigte Schiedsrichter Fleddermann nach einem Foul des Jeddeloher Schlussmannes Pelle Boevink an Steinwender auf den Elfmeterpunkt. Boevink konnte den Strafstoß von Kai Bastian Evers jedoch abwehren und so vergab der VfB die große Möglichkeit, das Spiel schon in der regulären Spielzeit zu beenden.

Im entscheidenden Elfmeterduell nach dem Schlusspfiff schnappte sich Kapitän Evers als erster Spieler den Ball und wetzte mit seinem Treffer seine Scharte aus der zweiten Halbzeit aus. Auch Jakob Bookjans nahm sich selbstbewusst das Leder und machte sich mit seinem Treffer selber ein Geschenk zu seinem 19. Geburtstag.

 

Cheftrainer Alexander Kiene war insbesondere mit der starken ersten Halbzeit zufrieden: „Ich bin glücklich, dass die Mannschaft nach dem Gegentreffer Mentalität gezeigt hat und zurückgekommen ist, so dass sie sich mit dem Ausgleichstreffer belohnen konnte. Das Unentschieden nach 90 Minuten geht nach diesem Kampfspiel in Ordnung. Die Euphorie zwischen Fans und Mannschaft wollen wir aufrecht erhalten und mit in die Saison nehmen.“

In der nächsten Pokalrunde wird der Regionalliga-Aufsteiger HSC Hannover zu Besuch im Marschwegstadion sein. Voraussichtlich wird dieses Spiel am 3. Oktober, dem Tag der deutschen Einheit, stattfinden.