Oldenburg. Auf die lautstarke Unterstützung seiner Zuschauer hofft der VfB Oldenburg am Donnerstag, wenn es ab 15 Uhr im Krombacher-NFV-Pokal gegen den HSC Hannover um den Einzug ins Halbfinale geht. Was die Blauen erwartet, skizzieren wir in unserem Vorspiel:

Unentschieden-Könige: In der Liga ist der Aufsteiger durchaus angekommen. Dass die Mannschaft von Trainer Martin Polomka mithalten kann, hat sie hinlänglich gezeigt. Zwar haben die Hannoveraner erst ein Spiel gewonnen, aber immerhin schon sechsmal die Punkte geteilt. Rekordverdächtig. Damit wird aber auch deutlich: Der HSC ist nicht mal eben so nebenbei zu knacken. Die Mannschaft hat fußballerisch einiges drauf, stellt sich nicht etwa stur hinten rein, sondern will mitspielen und versucht durchaus, den Gegner unter Druck zu setzen.

Erfahrung: Der Hannoveraner Aufstieg war nur auf den ersten Blick eine Überraschung. Die Mannschaft ist durchaus erfahren aufgestellt und hat viel individuelle Klasse zu bieten. An Ferhat Bikmaz, der auch einige Spiele für den VfB absolviert hat, erinnert man sich in Oldenburg sicher. Allerdings haben auch Kicker wie Deniz Tayar, Niklas Kiene, Torben Deppe oder Almir Kasumovic einige Regionalliga-Erfahrung.

Talent: Ein Spieler, der bei unseren Gästen ganz besonders im Fokus steht, ist Torhüter Sascha Algermissen. Im Sommer stand er bereits auf der Kandidatenliste von Fortuna Düsseldorf, so zumindest wurde es in Hannover erzählt. Statt des direkten Sprungs in den Profifußball hat der junge Torhüter allerdings seine berufliche Ausbildung vorgezogen. Warum ein Proficlub sich mit ihm beschäftigt hat, wurde in den bisherigen Liga-Spielen allerdings deutlich, denn der talentierte Torwart zählt unstreitig zu den besseren Fängern der Liga.

Schlüssel: Wie kann der VfB das Tor zum Halbfinale öffnen? „Wir brauchen Geduld“, sagt Alexander Kiene und verweist darauf, dass „ein Pokal-Viertelfinale auch für Hannover ein echtes Highlightspiel ist.“ Dass der Gegner viel Kampfgeist hat und nicht vorzeitig aufgibt, haben die Oldenburger schon beim 3:0-Sieg im Ligaspiel erleben dürfen. Eine gute Stunde lang war es ein durchaus enges Spiel, ehe Efkan Erdogan mit dem 0:1 dem Spiel die entscheidende Richtungsänderung gab. Kifuta legte für die Blauen noch zwei Tore nach. Geduld und Effektivität im Abschluss mahnt der Trainer auch für Donnerstag an. „Wir haben auch in den letzten Spielen sehr viel richtig gemacht, aber uns selten dafür belohnt. Wir müssen im Abschluss einfach cleverer werden“, fordert Kiene.

Personal: Der VfB-Trainer wird bei den wenigen Übungseinheiten in dieser Woche natürlich genau hingeschaut haben, wie seine Kicker das straffe Programm wegstecken. Für Patrick Posipal, der gegen Hannover 96 II ein starkes Comeback gab, könnten zwei Spiele innerhalb von vier Tagen vielleicht zu viel sein. „Da müssen wir abwarten, wie er das so wegsteckt. Ein Risiko gehen wir nicht ein“, sagt der Trainer, der zudem wieder auf Kai Bastian Evers zurückgreifen kann. In der Liga war der Kapitän aufgrund einer Gelbsperre zuletzt nicht dabei. Maik Lukowicz hat gegen 96 pausiert. Der Angreifer könnte im Pokal oder auch in Drochtersen aber ebenso ein Thema für die Startelf sein, wie etwa Pascal Richter. „Palle ist dran, er muss im Training weiter Druck machen“, fordert Kiene vom flinken Offensivspieler, der gegen 96 nach seiner Einwechslung einige gute Szenen hatte.

Tipp: Wenn es dem VfB gelingt, die zuletzt gezeigten Schwächen im Abschluss zu minimieren, sollte er seiner Favoritenrolle gerecht werden uns ins Halbfinale einziehen können. Ein Spaziergang dürfte das Spiel allerdings nicht werden.