Oldenburg. Es will einfach nicht klappen. Selbst eine 1:0-Führung und eine insgesamt gute Leistung haben dem VfB Oldenburg nicht gereicht, um endlich einmal ein Heimspiel gegen Weiche Flensburg 08 zu gewinnen. Vor 1.359 Zuschauern unterlagen die Blauen in einem höchst intensiv geführten Spiel mit 1:2

Im Vergleich zum Sieg beim HSC Hannover hatte Alexander Kiene seine Mannschaft nur auf einer Position verändert. An Stelle des verletzt fehlenden Pascal Richter rückte Pascal „Calli“ Steinwender in die Mannschaft. Auch Niko Matern, hinter dessen Einsatz ein Fragezeichen gestanden hatte, war rechtzeitig fit geworden und konnte beginnen.

Flensburgs Trainer Daniel Jurgeleit hingegen hatte auf die 0:2-Niederlage gegen den BSV Rehden reagiert und seine Anfangsformation gleich auf vier Positionen verändert. Olesen, Graudenz, Meyer und Pastor Santos mussten draußen bleiben. Dafür durften Julian Stöhr, Kevin Njie, Tim Wulff und Jonas Anderson beginnen. Während vor allem der teils überhart agierende Wulff seine ganze Routine ausspielte und zu einem wichtigen Faktor im Flensburger Spiel wurde, konnte vor allem Njie seine Nominierung nicht rechtfertigen. Folgerichtig war für ihn schon vor der Halbzeit Schluss.

Überhaupt fanden die Gäste nicht gut ins Spiel, das der VfB anfänglich dominierte. Vor allem Calli Steinwender zeigte seinen Gegenspielern auf der rechten Seite mehrfach die Hacken und wirbelte die Defensive mächtig durcheinander. Die logische Konsequenz zeigte sich nach einer guten Viertelstunde auf der Anzeigetafel. Steinwender startete von der Mittellinie zu einem fulminanten Solo, ließ Gegen- und Mitspieler stehen und drückte den Ball mit seinen blau-weißen Schlappen zum 1:0 in die Maschen (14. Minute).

Die Flensburger Antwort ließ aber nur zwei Minuten auf sich warten. Nach einem langen Einwurf war Dominic Hartmann mit dem Kopf zur Stelle, zielte jedoch über die Latte. Es sollte eine der wenigen offensiven Aktionen der Flensburger sein, denn auch weiterhin gaben die Oldenburger den Ton an und hätten ihre Führung durchaus ausbauen können, wenn nicht sogar müssen. Ibrahim Temin kam gleich zweimal in aussichtsreiche Situationen, verpasste aber den Abschluss und in der 35. Minute hatte Kifuta Kiala Makangu das 2:0 auf dem Fuß, doch Torhüter Florian Kirschke hielt seine Elf mit einer Glanztat im Spiel.

Drei Minuten später konnte sich auch Dominik Kisiel erstmals auszeichnen. Julian Stöhr hatte abgezogen, der Oldenburger Torhüter aber toll pariert. Die nächste Szene gehörte erneut Steinwender, der wie zuvor die Gegenspieler regelrecht stehen ließ, doch bevor Kifuta zum 2:0 veredeln konnte, war erneut Kirschke zur Stelle (40.).

In dieser Phase allerdings zeichnete sich ein Wandel im Spiel ab, das mehr und mehr von Härten geprägt wurde, die die Gäste einbrachten. Hier klatschte beim Kopfball eine Hand oder ein Ellenbogen in ein Oldenburger Gesicht, dort wurde statt des Balles der Fuß getroffen. Weiche kämpfte sich regelrecht ins Spiel und erhöhte deutlich die Schlagzahl. Das wiederum hatte auch mit den Wechseln zu tun, die Daniel Jurgeleit vornehmen konnte. Noch vor der Pause brachte er Casper Olesen für den schwachen Njie und zu Beginn der zweiten Halbzeit kam Ilidio Pastor Santos für den ebenfalls nicht überzeugenden Julian Stöhr ins Spiel.

Die Protagonisten hatten den Rasen kaum betreten, da zogen die Oldenburger erstmals ein langes Gesicht. Torge Paetow, einer der stärksten Flensburger, hatte die erste Chance genutzt, die Oldenburger Deckung regelrecht eingewickelt und zum durchaus überraschenden 1:1 getroffen (46.).

Der Ausgleich sollte einen zweiten Wendepunkt markieren, denn in der folgenden Viertelstunde gaben die Gäste immer mehr den Ton an, was auch damit zu tun hatte, dass Schiedsrichter Jost Steenken das ruppige Spiel nur selten ahndete. Spielentscheidend, das sei aber auch klar angemerkt, war das indes nicht. Das wiederum musste man vielmehr den Wechseln der Gäste zuschreiben, denn neben dem stärker werdenden Dominic Hartmann wurden sowohl Olesen, wie auch Pastor Santos und auch der später noch nominierte Kevin Schulz zu echten Faktoren im Flensburger Spiel.

Dennoch hatten die Blauen durchaus ihre Möglichkeiten und hätten nach etwas mehr als einer Stunde erneut in Führung gehen können. Ibo Temin hatte allerdings viel Pech, als er nach einem langen Pass von Leon Deichmann das Flensburger Tor mit seiner Kopfballverlängerung verfehlte (65.). Die Szene allerdings hatte Signalwirkung, denn jetzt legten die Oldenburger nochmal zu. Erneut wirbelte Steinwender, brachte den Ball gleich zweimal gefährlich vor das Tor, doch erst verpasste Kifuta knapp (70.), dann scheiterte der für Dennis Rosin ins Spiel gekommene Efkan Erdogan mit einem Schuss an Kirschke (73.).

Zehn Minuten vor Schluss sollte sich das dann rächen. Kevin Schulz düpierte die Deckung des VfB und traf zum 2:1. Ein Schock für die Blauen, von dem sie sich nicht mehr erholen sollten. Zwar versuchten die Oldenburger bis in die Schlussphase hinein alles, kamen aber nicht mehr zum Ausgleich. Für eine unnötig und überaus unfaire Szene sorgte schließlich Wulff, der mit dem Knie voran in Leon Deichmann hineinsprang, dafür jedoch nicht mit der zwingend nötigen gelben Karte bestraft wurde.

Daniel Jurgeleit, Weiche Flensburg: Wir haben zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen. Vor dem Wechsel war der VfB stärker, wir dagegen hatten viele Unsicherheiten im Spiel. Nach der Pause haben wir umgestellt und hatten dann deutlich mehr Zugriff. Mit den drei Punkten bin ich natürlich zufrieden.

Alexander Kiene, VfB Oldenburg: Die erste Halbzeit war von uns richtig gut, wir hatten einen klaren Plan, den die Jungs gut umgesetzt haben. Wir sind immer wieder in die Tiefe gekommen und durch eine schöne Einzelaktion von Calli auch verdient in Führung gegangen. Leider haben wir unsere Möglichkeiten zu einem zweiten Tor nicht genutzt und das wird von einer Mannschaft wie Flensburg dann bestraft.

VfB Oldenburg: 1 Dominik Kisiel – 5 Jeffrey Volkmer (86. 17 Justin Dähnenkamp), 25 Kevin Kalinowski, 4 Leon Deichmann, 3 Dominique Ndure – 8 Kai Bastian Evers (82. 24 Alexandar Jankovic), 21 Nico Matern – 7 Pascal Steinwender, 37 Dennis Rosin (58. 22 Efkan Erdogan), 20 Ibrahim Temin – 11 Kifuta Kiala Makangu
Trainer: Alexander Kiene

SC Weiche Flensburg: 1 Florian Kirschke – 23 Kevin Njie (45+1. 9 Casper Olesen), 30 Jovan Vidovic, 4 Christian Jürgensen, 16 Julian Stöhr (46. 27 Ilidio Pastor Santos) – 5 Torge Paetow, 55 Angelos Argyris, 20 Patrick Thomsen – 37 Dominic Hartmann – 21 Jonas Andersen (74. 6 Kevin Schulz), 24 Tim Wulff
Trainer: Daniel Jurgeleit

Tore: 1:0 Pascal Steinwender (14.); 1:1 Torge Paetow (46.); 1:2 Kevin Schulz (79.)

Schiedsrichter/in: Jost Steenken – Assistenten: Tobias Waldmann, Tobias Zunker

Zuschauer: 1359 im Marschweg-Stadion

Gelbe Karte: Dennis Rosin, Pascal Steinwender / Julian Stöhr, Torge Paetow, Kevin Schulz (2.)