Oldenburg. Holstein Kiel II heißt der Gegner des VfB Oldenburg am Sonntag um 14 Uhr, und das bereits zum dritten Mal in dieser Saison. Der erste Wettstreit im hohen Norden wurde am 2. Spieltag regelrecht weggespült, denn nach starken Regenfällen war der Platz seinerzeit nicht mehr bespielbar. Im zweiten Anlauf holten sich die Blauen dann mit einem 1:1 einen Punkt beim Zweitliga-Nachwuchs. Warum es auch am Sonntag nicht einfach wird, erklären wir in unserer Vorschau.

Die Kieler sind nach Tabellenführer VfL Wolfsburg II die zweitbeste Reservemannschaft eines Proficlubs in der Regionalliga-Nord und nehmen derzeit den fünften Tabellenplatz ein. Das ist durchaus erstaunlich, immerhin hatte die Mannschaft im Saisonverlauf den Verlust ihres Trainers zu verkraften. Ole Werner hat mittlerweile die Profis übernommen. Seine Arbeit mit der zweiten Mannschaft setzen Nicola Soranno und Fabian Raue fort.

Die Umstellung war insofern möglich, als dass die Kieler mittlerweile nicht nur in der ersten und zweiten Mannschaft ein einheitliches Spielsystem praktizieren, sondern auch in der Jugend. Körperbetonter Fußball, durchaus am Gegenspieler orientiert, was erahnen lässt, dass der VfB es am Sonntag mit einem physischen starken und fitten Gegner zu tun bekommen wird. Immerhin, der Kieler Torjäger muss passen. Laurynas Kulikas hat im letzten Spiel, beim ebenso überraschenden, wie deutlichen 1:5 gegen den BSV Rehden, einen Platzverweis kassiert und muss jetzt Gelb-Rot gesperrt zuschauen.

Doch auch ohne den neunfachen Torschützen bringen die Kieler eine starke Truppe auf den Rasen. Kein Wunder, sie sind schließlich personell auch breit aufgestellt. Immerhin 29 Spieler haben in der Regionalliga bereits für die „Störche“ gegen den Ball getreten, wenngleich die Trainer natürlich auf einen festen Stamm bauen können. Regelmäßig dabei sind unter anderem Torhüter Timon Weiner, der zum Profikader zählt, aber auch Barne Pernot (17 Einsätze), Tim Siedschlag (17), eben Kulikas (16) oder auch Innenverteidiger Tjorve Mohr (16).

Dreh- und Angelpunkt des Holsteiner Spiels ist aber noch immer Routinier Tim Siedschlag. Er gibt im defensiven Mittelfeld den Takt vor. Abzuwarten bleibt, ob Kiel im Marschwegstadion auf personelle Verstärkungen aus dem Profikader bauen kann. Die Zweitligamannschaft ist aufgrund der Länderspielpause spielfrei. „Ich würde es nicht ausschließen, aber wir nehmen es, wie es kommt“, sagt VfB-Trainer Alexander Kiene.

Mit der Leistung seiner Mannschaft in der Vorwoche war er natürlich nicht zufrieden, hat das 0:3 beim FC St. Pauli II aber abgehakt. „Wir haben es aufgearbeitet, aber schauen jetzt voraus“, sagt er und erwartet gegen Holstein Kiel II „ein schweres Spiel“. Intensiv haben die Oldenburger in dieser Woche trainiert, zudem ein Testspiel gegen Bezirksligist Blau Weiß Bümmerstede absolviert. Beim 6:0-Sieg trafen Kifuta und Maik Lukowicz vor sowie Enis Bytyqi (3) und abermals Lukowicz nach der Pause.

In personeller Hinsicht stimmen die Vorzeichen, denn aktuell sieht es so aus, als könne der Trainer nahezu auf den kompletten Kader zurückgreifen. Offen ist, ob es im Vergleich zur Vorwoche Veränderungen geben wird. „Das entscheiden wir nach dem Abschlusstraining. Ausschließen will ich es nicht“, sagt der Trainer, der erwartet, dass seine Mannschaft an die vor dem St. Pauli-Spiel guten Leistungen anknüpfen wird.

Noch etwas Statistik. Bislang gab es bei den Spielen gegen die zweite Mannschaft der Kieler noch keinen Sieger. Die Spiele endeten in der vergangenen Saison 0:0 in Oldenburg und 2:2 in Kiel und in der Hinserie hieß es bekanntlich 1:1.

Schiedsrichter der Begegnung ist übrigens Stefan Zielsdorf von der SpVgg Hülsen-West. Ihm assistieren Mario Bernhardt und Jens Kampling.