Bremen. Die gute Nachricht zuerst: Maik Lukowicz ist wieder am Ball. Die weniger gute Nachricht: Der so lange verletzte Angreifer konnte die Niederlage des VfB Oldenburg bei der U23 von Werder Bremen nicht verhindern. Die Blauen unterlagen 1:3.

Es gibt Fußballspiele, die entscheiden sich in wenigen Minuten. Jenes zwischen den Nachwuchsprofis und dem VfB zählt dazu. 41 Minuten waren absolviert, als Enis Bytyqi im Strafraum zum Abschluss kam. Der Oldenburger Angreifer, diesmal auf der linken Seite aufgeboten, touchierte den Ball jedoch nur, so dass Torhüter Luca Plogmann noch eine Hand an den Ball bringen und diesen zur Ecke lenken konnte. Eine knappe Minute später hatte Dennis Rosin die Oldenburger Führung auf dem Fuß. Von der Strafraumgrenze zirkelte er einen Freistoß Richtung Winkel, doch der Ball wurde zur sicheren Beute des Bremer Torhüters.

Drei Minuten später lag das Spielgerät dann in den Maschen, allerdings auf der anderen Seite. Kebba Badjie hatte sich im Strafraum durchgesetzt und in Torjägermanier getroffen. Es war eine durchaus überraschende Führung für die Gastgeber, die zuvor lange Zeit keine Mittel fanden und, wie auch der VfB, nur selten zum Abschluss kamen. „Diese Szenen waren entscheidend. Wir haben taktisch vorher alles richtig gemacht, Werder kam überhaupt nicht in gefährliche Situationen und hat kein Mittel gefunden. Aber dann muss man so eine Chance nutzen“, haderte Alexander Kiene nach dem Spiel mit jenen fünf Minuten, die dem Spiel seine Richtung gaben.

Personell hatte der Oldenburger Trainer vor dem Anpfiff erneut umstellen müssen. Jeffrey Volkmer stand den Blauen nicht zur Verfügung, so dass diesmal Dominique Ndure nach rechts rückte und Ibrahim Temin aus dem linken Mittelfeld in die Viererkette zurückgezogen wurde. Innen verteidigte Kai Bastian Evers an der Seite von Kevin Kalinowski. Im Mittelfeld wiederum kehrte Dennis Rosin in die Startformation zurück. Zudem konnte auch Pascal Steinwender wieder von Anfang an Dienst tun.

Vor 755 Zuschauern entwickelte sich ein Spiel, das von der Taktik geprägt wurde. Der VfB stand sehr sicher, arbeitete kompakt gegen den Ball und versuchte die Bremer durch schnelles Umschalten in Gefahr zu bringen. Werder hatte zwar mehr Ballbesitz, allerdings keine Ideen, um sich entscheidend durchzusetzen, bis zur 45 Minute. Ausgerechnet Badjie, in der vergangenen Saison noch für den VfL Oldenburg am Ball, nutzte seine erste Möglichkeit zur Führung. Eben die brachte Kai Bastian Evers und auch Nico Matern regelrecht in Rage. Auf dem Weg in die Kabine beschwerten sich beide Oldenburger bei Schiedsrichter Markus Büsing, denn ihrer Meinung nach hatte Badjie vor dem Abschluss ein klares Foul begangen.

Die vielen Oldenburger Fans, über 90 Minuten klar tonangebend, hofften natürlich, dass die Blauen nach dem Wechsel direkt auf den Ausgleich drängen würden, zumal Alex Kiene mit Pascal Richter für Enis Bytyqi einen frischen Offensivspieler brachte. Doch erneut machte Badjie den Gästen einen dicken Strich durch Rechnung. Nach einem Zuspiel von der linken Seite erhöhte er auf 2:0 (56.).

Der VfB allerdings zeigte sich nicht geschockt, sondern erhöhte merklich die Schlagzahl. Jetzt dominierten die Gäste das Spiel deutlich, schnürten die Bremer im eigenen Strafraum ein und wurden dafür belohnt. Dennis Rosin hatte von der Strafraumgrenze abgezogen und Plogmann den Schuss zur Ecke gelenkt. (59.). Eben die brachte Kai Bastian Evers auf den kurzen Pfosten, wo Kifuta den Ball mit dem Kopf verlängerte, so dass „Calli“ Steinwender die Vorlage schließlich zum 1:2 veredeln konnte (60.).

Der VfB drängte weiter und wollte jetzt natürlich den Ausgleich erzielen. Nach einer guten Stunde war es dann so weit. Maik Lukowicz kam für Kifuta ins Spiel und sorgte sogleich für noch mehr offensive Präsenz. Mehrfach kamen die Oldenburger jetzt auch zum Abschluss, doch der Ball wollte einfach nicht über die Linie. Fünf Minuten vor Schluss hatten die Bremer dann großes Glück. Nach einem Freistoß von Evers kam Ibo Temin zum Schuss, doch Plogmann konnte den Ball von der Linie kratzen. Statt des möglichen 2:2 hieß es dann jedoch 1:3 aus Sicht des VfB, denn Bennet van den Berg sorgte in der Nachspielzeit mit einem Konter für die Entscheidung.

SV Werder Bremen II: 40 Luca Plogmann – 8 Kevin Schumacher, 2 Manasse Fionouke, 5 Dominik Becker, 21 Julian Rieckmann (63. 9 Bennet van den Berg) – 28 Ilia Gruev (83. 4 Malte Karbstein), 26 Simon Straudi, 25 Luc Ihorst (63. 15 Henry Rorig), 18 Kebba Badjie – 31 David Philipp, 14 Marin Pudic
Trainer: Konrad Fünfstück

VfB Oldenburg: 1 Dominik Kisiel – 7 Pascal Steinwender, 25 Kevin Kalinowski, 3 Dominique Ndure, 8 Kai Bastian Evers – 21 Nico Matern, 37 Dennis Rosin (83. 24 Alexandar Jankovic), 22 Efkan Erdogan – 20 Ibrahim Temin, 11 Kifuta Kiala Makangu (63. 16 Maik Lukowicz), 9 Enis Bytyqi (54. 18 Pascal Richter)
Trainer: Alexander Kiene

Tore: 1:0 Kebba Badjie (45.); 2:0 Kebba Badjie (56.); 2:1 Pascal Steinwender (60.); 3:1 Bennet van den Berg (90+4.)

Schiedsrichter/in: Markus Büsing – Assistenten: Philip Holzenkämpfer, Daniel Harting

Zuschauer: 755 auf Platz 11 des Weserstadions

Gelbe Karte: Dominik Becker, Simon Straudi / Dominique Ndure (2.), Nico Matern