Oldenburg. Erst zum VfB, dann zum Kramermarkt. Wer diesen Klassiker am Donnerstag in die Tat umgesetzt hat, dürfte mit einem breiten Grinsen durch die Gassen des Oldenburger Volksfestes gebummelt sein, denn die Blauen sind mit einem regelrechten Feuerwerk ins Halbfinale des Krombacher-NFV-Pokals eingezogen. Vor 792 Zuschauern feierte der VfB einen 6:1-Sieg über den HSC Hannover.

Im Vergleich zum Spiel gegen Hannover 96 II hatte Alexander Kiene seine Startelf umgestellt. Patrick Posipal konnte nicht spielen, dafür rückte Kai Bastian Evers wieder in die Mannschaft, und die legte mit dem Anpfiff den Vorwärtsgang ein. Das Spiel war noch keine zwei Minuten alt, schon brannte es erstmals im Hannoveraner Strafraum. Pascal „Calli“ Steinwender hatte den Turbo gezündet, Enis Bytyqi in Szene gesetzt, dessen scharfer Pass im Zentrum allerdings noch keinen Abnehmer hatte. Das war in der nächsten Szene anders.

Erneut war Calli zu schnell für seinen Gegenspieler, legte den Ball mustergültig für Kifuta auf, der jedoch an Torhüter Sascha Algermissen scheiterte. Der Ball blieb allerdings im Spiel und das nutzte Enis Bytyqi gedankenschnell zur Führung (4. Minute).

Während die leider zu wenigen Zuschauer den Führungstreffer noch feierten, kamen die Gäste zu ihrer ersten Möglichkeit, die Andrej Startsev allerdings klären konnte. Die Szene diente jedoch als Warnung, dass Hannover, überraschend ohne die Routiniers Ferhat Bikmaz und Deniz Tayar in der Anfangsformation, sich hier nach Kräften wehren würde. Tatsächlich gehörte die Viertelstunde nach dem Oldenburger Führungstreffer den Gästen. Der HSC störte früh, wollte so den Oldenburger Spielaufbau unterbinden, lief allerdings immer wieder Gefahr, ausgekontert zu werden. Dennoch lag in dieser Phase einige Mal der Ausgleich in der Luft, etwa nach elf Minuten, als Maurice Kleinert einen Freistoß von Torben Deppe nur knapp verpasste.

Es dauerte einige Minuten, dann allerdings kamen die Blauen zurück. Und wie. Erneut war Enis Bytyqi zur Stelle und nach einer ganz feinen Kombination, die Fabian Herbst mit einem feinen Pass auf Steinwender eingeleitet hatte. Der wiederum spielte einen Doppelpass mit Bytyqi und es hieß 2:0 (18.). Doch damit nicht genug, denn nur zwei Minuten später lag der Ball erneut im Tor der Gäste. Diesmal hatte Startsev aufgelegt und Kifuta im Nachschuss veredelt.

Fünf Minuten später hätten die endlich einmal effektiven Oldenburger fast erneut gejubelt. Kleinert hatte den Ball in die Füße von Steinwender gespielt, der nach einem kurzen Sprint geschossen, doch Algermissen war zur Stelle. In der 31. Minute war der Torhüter dann allerdings machtlos. Nach einem genau getimten Freistoß von Kai Bastian Evers erhöhte Kifuta auf 4:0.

Die Gäste zeigten aber Nehmerqualitäten und vor allem blieben sie ihrem Konzept treu. Weiterhin wurden die Oldenburger früh angelaufen. Schadenbegrenzung durch ein Abriegeln des eigenen Tores schien für den HSC nicht infrage zu kommen. Der durchaus mutige Auftritt wurde schließlich mit dem 1:4 belohnt. Einen Freistoß von Deppe nickte Almir Kasumovic ein (42.).

Gäste-Trainer Martin Polomka reagierte auf den Rückstand mit einem Doppelwechsel und brachte zu Beginn der zweiten Halbzeit Bikmaz und Tayar für Vilechs-Bermudez und Lambach. Auch der VfB wechselte ein zweites Mal. Andrej Startsev war bereits nach einer knappen halben Stunde mit Oberschenkelproblemen aus dem Spiel genommen und durch Jeffrey Volkmer ersetzt worden. Jetzt kam auch noch Efkan Erdogan für Kevin Kalinowski ins Spiel. Während „Effe“ sich ins Mittelfeld einreihte, rückte Evers in die Deckung.

Am Spielverlauf sollte sich wenig ändern. Bereits nach zwei Minuten hatte Bytyqi seinen dritten Treffer auf den Fuß, doch Algermissen war zur Stelle und auch Erdogan scheiterte am besten Hannoveraner. Die Gäste spielten weiter munter mit und die Oldenburger Deckung gestattete sich auch die eine oder andere Nachlässigkeit.  Das nächste Tor sollten dennoch die Blauen erzielen. Nach einer feinen Kombination über Nico Matern und Calli Steinwender war Ibrahim Temin zur Stelle und erhöhte auf 5:1 (69.).

Nur fünf Minuten später sollte er nochmal jubeln dürfen. Diesmal hatte Bytyqi perfekt in den Strafraum gepasst und Temin in Torjägermanier auf 6:1 erhöht. Hannover hätte das Ergebnis durchaus freundlicher gestalten können, doch selbst klare Möglichkeiten blieben ungenutzt, auch weil die Blauen letztlich zur Stelle waren, so wie Kai Bastian Evers, der zehn Minuten vor dem Abpfiff auf der Linie klärte oder zwei Minuten später Dominik Kisiel gegen Niklas Kiene. Auf der anderen Seite ließen auch die Oldenburger noch die eine oder andere Chance aus.

Martin Polomka: Glückwunsch an den VfB, ich würde euch gönnen, dass ihr in den DFB-Pokal einzieht. Wir haben heute bewusst auf einige Leistungsträger verzichtet, um auch anderen Spielern Verantwortung zu geben. Zur Halbzeit haben wir dann umgestellt. Ich denke, dass wir in der Phase nach dem 0:1 gut im Spiel waren und einige Möglichkeiten hatten. Das war heute unsere Schwäche, auch in der zweiten Halbzeit. Wir hatten vier Situationen im eins gegen eins und wenn man dann kein Tor macht, wird es ganz schwer.

Alexander Kiene: Wir hatten in einigen Spielen Probleme mit der Effektivität, das war heute sicher anders. Allerdings haben wir daran auch im Training gearbeitet, gerade was den Abschluss im letzten Drittel betrifft. In der ersten Halbzeit waren wir sehr effektiv, allerdings sollte man nicht übersehen, dass wir durchaus eine Phase hatten, in der wir defensiv nachlässig waren. Ich freue mich, dass die Mannschaft sich heute belohnt hat. Wir genießen das und dann konzentrieren wir uns auf das nächste Spiel in Drochtersen am Sonntag, was sicher nicht leicht wird.

Tore: 1:0 Enis Bytyqi (4.); 2:0 Enis Bytyqi (18.); 3:0 Kifuta Kiala Makangu (20.); 4:0 Kifuta Kiala Makangu (32.); 4:1 Almir Kasumovic (42.); 5:1 Ibrahim Temin (69.); 6:1 Ibrahim Temin (74.)
Zuschauer: 792