Oldenburg. Die Bilanz liest sich gar nicht so schlecht. Sechs Nachwuchsmannschaften von Profivereinen tummeln sich in der Regionalliga, gegen deren vier hat der VfB Oldenburg bereits gespielt und dabei nur einmal, auch noch ausgesprochen unglücklich, verloren. Am Samstag, um 14 Uhr, steht die fünfte Reserve auf der „to-do-list“, denn die U23 von Werder Bremen wartet auf unsere Blauen.

Bei der sommerlichen Aufzählung jener Mannschaften, denen ein Ringen um Meisterehren zugetraut wurde, tauchten auch die Grün-Weißen auf. Tatsächlich allerdings tummelt sich der ehemalige Drittligist zurzeit im Tabellenmittelfeld. Nach acht Spielen haben die Bremer 12 Punkte auf dem Konto und sind Tabellensiebter. In der Statistik fällt vor allem ein Wert auf, das Torverhältnis, denn die Bremer haben „nur“ 12 Tore erzielt, aber schon deren 13 kassiert.

Von enttäuschten Erwartungen würde Konrad Fünfstück dennoch wohl nicht sprechen. Der neue Trainer der Bremer, er folgte auf den zu Preußen Münster abgewanderten Sven Hübscher, hat das Lied von der Meisterschaft nicht mitgesungen. Vielmehr betont der ehemalige Trainer des 1. FC Kaiserslautern seinen Ausbildungsauftrag. Es gelte Talente auszubilden und sie an den Bundesligakader heranzuführen.

Als Talent geht Christian Groß, der fraglos ein richtig guter Kicker ist, mit 30 Jahren nicht mehr durch. Den Sprung in den Bundesligakader hat er dennoch geschafft. Als die personelle Not „oben“ groß war, wurde der Innenverteidiger berufen und zählt seitdem nahezu regelmäßig zum Kader der Profis. In der zweiten Mannschaft kam Groß, der in der vergangenen Saison, beim 1:1 gegen den VfB die Bremer Führung erzielte, erst einmal zum Einsatz. Man darf gespannt sein, ob er am Samstag erneut dabei ist.

Groß ist eine jener erfahrenen Konstanten, die die junge Mannschaft von Konrad Fünfstück auf dem Platz anleiten sollen. Ansonsten setzt man an der Weser den Ausbildungsauftrag doch recht konsequent um. 15 Spieler haben den Club im Sommer verlassen, 13 neue Kicker wurden engagiert. Allein deren sechs kamen aus der eigenen U19 in den Kader der Zweiten. Talentiert und bestens ausgebildet sind die Bremer unbedingt, ein Mangel an Erfahrung ist der Jugend geschuldet. Das zeigen auch die Ergebnisse.

Werder startete mit einem 1:0-Sieg über den Lüneburger SK in die Saison. Es sollte der bislang einzige Sieg auf „Platz 11“ bleiben. Gegen den FC St. Pauli hieß es 2:2, gegen Weiche Flensburg 1:1 und den Jung-Profis des VfL Wolfsburg unterlagen die Bremer 0:2. Zuletzt allerdings zeigte der Trend nach oben, denn Werder siegte beim BSV Rehden mit 3:1.

Aufzupassen haben die Blauen übrigens auf einen ehemaligen Oldenburger, denn Kebba Badjie, in der vergangenen Saison noch für den VfL Oldenburg unterwegs, wurde von den Bremern für ausreichend begabt befunden und verpflichtet. Ein guter Griff, wie sich schon gezeigt hat, denn der jungen Angreifer ist mit vier Treffern bester Torschütze seiner Mannschaft.

An dieser Stelle gilt unser Blick natürlich nochmal unserer Truppe. Nachdem sich in der vergangenen Woche Leon Deichmann schwer verletzt hat, wird es vor allem in defensiver Hinsicht langsam echt ein wenig dünn. Offen ist, ob Jeffrey Volkmer bis zum Anpfiff einsatzfähig sein wird und auch hinter der Berufung von Pascal Steinwender steht ein Fragezeichen. Dennoch gehen unsere Jungs ehrgeizig ans Werk, schließlich wollen sie auch an der Weser punkten. In der vergangenen Saison gelang eben das. Kai Bastian Evers versenkte einen Elfmeter zum verdienten 1:1 und letztlich hatten die Blauen sogar noch Pech, weil ein Treffer von Maik Lukowicz nicht gegeben wurde.