Schönberg, Buxtehude und Indianapolis. Die letzten Stationen von Nico Matern könnten unterschiedlicher kaum sein. Aus dem beschaulichen Nordosten und seiner Heimat zog es den spielstarken Fußballer in die Vereinigten Staaten. Knapp zwei Jahre hat der 26-Jährige „Soccer“ gespielt, jetzt allerdings zieht es ihn zurück in den deutschen Norden – zum VfB Oldenburg.

„Wir wollten gerne zurück in die Heimat. Meine Verlobte Jasmin möchte ihr Studium in Deutschland beenden und mir ist neben dem Fußball eine berufliche Perspektive wichtig. Die werde ich in Oldenburg über den VfB bekommen“, sagt Nico Matern, der eine Ausbildung zum Speditionskaufmann machen möchte. Blickt man auf seine fußballerische Vita, entsteht schnell der Eindruck, er habe einen Hang zum sportlichen Reisenden. Ausgebildet in der Jugend des FC St. Pauli, war er später für den Halleschen FC, den Wuppertaler SV, Hansa Rostock sowie den FC Schönberg, den SV Drochtersen/Assel und den Buxtehuder SV am Ball. Da werde es doch Zeit, sesshaft zu werden, sagt er und räumt zugleich ein, vor allem seinen Aufenthalt in den USA nicht missen zu wollen.

„Ursprünglich bin ich in die Staaten gegangen, um dort Business-Management zu studieren. Dafür habe ich damals auch in Kauf genommen, dass ich von Schönberg zurück nach Buxtehude musste, um den USA-Aufenthalt akribisch vorzubereiten. Sportlich lief es dann für mich dort aber so gut, dass ich die Möglichkeit hatte, für Indy Eleven als Profi zu spielen und diese Chance wollte ich unbedingt nutzen.“ 36 Spiele hat er in der zweiten US-Liga absolviert und es wären vermutlich noch einige mehr geworden, hätte sich nicht der VfB Oldenburg gemeldet. „Trainer Alex Kiene kennt mich und meine Art zu spielen. Er und Sportdirektor Jürgen Hahn haben mir die Möglichkeit aufgezeigt, in Oldenburg Fußball und Beruf zu vereinen und aus diesem Grund habe ich meinen Vertrag in Indianapolis vorzeitig aufgelöst, um zum VfB zu kommen“, erzählt der Neu-Oldenburger, der sich nur ungern selbst beschreiben möchte, dann aber zumindest einräumt „dass ich gerne robust spiele und diesbezüglich in den USA sicher viel dazugelernt habe“, so Matern. Physische Fitness sei in den Staaten ein ganz großes Thema und es werde diesbezüglich viel trainiert. „Ich denke, dass man hierzulande den dortigen Fußball unterschätzt. Da geht es ganz schön zur Sache“, sagt er lachend.

Nico Matern ist aber nicht nur zweikampfstark, sondern kann auch überaus ordentlich mit dem Ball umgehen. Mit den Hamburg Panthers hat er in der Futsal-Champions-League Erfahrung gesammelt und 2016 die Deutsche Meisterschaft im Futsal gewonnen. Weil Matern zudem auch über ein gutes Auge für den Nebenmann verfügt, war für die Oldenburger Verantwortlichen früh klar, dass sie ihn gerne für den VfB gewinnen würden. „Wir waren schon einige Zeit in Kontakt und freuen uns, dass sich Nico für Oldenburg entschieden hat. Nicht zuletzt auch nach der schweren Verletzung von Gazi Siala haben wir einen Spieler gesucht, der uns sofort weiterhelfen kann“, sagt Jürgen Hahn, der sportliche Leiter des VfB.