Oldenburg. Vor 913 Zuschauern besiegten die Blauen Holstein Kiel II verdient mit 2:1. Es war bereits der sechste Heimsieg des VfB und das sechste Heimspiel in Folge ohne Niederlage. Bei kaltem Herbstwetter hatten die Oldenburger allerdings Schwerstarbeit zu verrichten.

In einem munteren Regionalligaspiel gehörte die Anfangsphase eindeutig den Gästen, die das Spiel dominierten, allerdings nicht zu gefährlichen Abschlüssen kamen. Wirklich brenzlig wurde es dagegen nach 18 Minuten vor dem Kieler Tor. Nico Matern hatte Dominique Ndure auf die Reise geschickt, der allerdings durch Julius Rainer Alt zu Fall gebracht wurde. Knapp 20 Meter vom Tor entfernt schnappte sich Enis Bytyqi den Ball, um selbigen gekonnt über die Mauer zu zirkeln. Sein Schuss verfehlte das Gehäuse allerdings knapp.

Die Szene allerdings hatte für die Blauen durchaus Signalwirkung, denn fortan kamen sie immer besser ins Spiel und rissen den Gästen sinnbildlich den Taktstock dieser Partie aus den Händen. Dabei wurde immer deutlich, was die Blauen in der Woche vor dem Spiel im Training einstudiert hatte: Pässen in die Tiefe, sowohl über die Außenbahnen, wie auch ins Zentrum und das sollte sich auszahlen.

Die nächste Möglichkeit zur Führung hatte der VfB nach einer knappen halben Stunde. Der fleißige Ibrahim Temin hatte den Ball von links ins Zentrum gepaßt und in Kifuta einen Abnehmer gefunden. Sein Schuss aus der Drehung ging allerdings am Tor vorbei.

Kurz darauf hatten die Blauen dann mehr Glück. Erneut hatte Temin den Angriff über die linke Seite initiiert. Diesmal versuchte sich Enis Bytyqi als Abnehmer, dessen Schuss aufs kurze Ecke Finn-Niklas Kornath mit einem starken Reflex abwehren konnte. Der Ball blieb allerdings im Spiel, so dass Patrick Posipal reaktionsschnell zum 1:0 einschieben und die Oldenburger mit seinem ersten Saisontor in Führung bringen konnte (38.).

Die Tormusik war noch nicht verklungen, da lag die Kugel abermals im Netz, allerdings auf der anderen Seite. Tim Siedschlag hatte einen Ballgewinn im Zentrum zum Pass auf Tom Ball genutzt und dessen Flanke fand in Mats Facklam einen dankbaren Abnehmer (40.).

Die Gastgeber zeigten sich davon allerdings wenig beeindruckt, denn schon im Gegenzug wurde es erneut knifflig. Eine Flanke von Ndure konnte ein Kieler Abwehrspieler nur mit der Hand unterbinden, der fällige Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Stefan Zielsdorf blieb allerdings aus (41.). Kurz darauf hatte der VfB erneut Pech, denn ein Kopfball von Kifuta verfehlte das Tor nur knapp.

Nach dem Wechsel sollte es in ähnlicher Form weitergehen, denn die Oldenburger blieben am Drücker. Alex Kiene verzichtete auf einen frühen Wechsel, zumal seine Mannschaft das Spiel weiter bestimmte. Die erste Chance hatten allerdings die jetzt vermehrt über Konter gefährlichen Gäste. Erneut kam Mats Facklam zum Schuss, zielte aber über das Tor (55.).

Die besseren Möglichkeiten erspielten sich in der Folge allerdings die Oldenburger, so auch in der 65. Minute. Pascal Steinwender brachte den Ball scharf vor das Tor, doch erneut klebte dem ungemein emsigen Kifuta das Schusspech an den Fußballstiefeln (61.). Eine knappe Minute später war es erneut Steinwender, der sich nicht vom Ball trennen lassen wollte, selbigen dann gekonnt auf Ibo Temin passte und als die Kieler Deckung mit einer Flanke rechnete, setzte er die Kugel gekonnt ins kurze Eck (62.) und durfte sich dafür direkt von Mitspielern und Trainerteam feiern lassen.

Entschieden war der muntere Kick mit dem 2:1 allerdings längst noch nicht. Kiel brachte mit Justin Njinmah für Julius Rainer Alt einen frischen Offensivspieler, der Druck über die linke Seite machen sollte (68.). An der nächsten Kieler Chance war er allerdings nicht beteiligt. Felix Niebergall kam nämlich freistehend von der Strafraumgrenze zum Abschluss, zielte aber zu hoch (68.).

Für den VfB hätte derweil Enis Bytyqi erhöhen können, doch auch er verfehlte das Gehäuse (72.).

Längst ging es auf dem tiefen Boden rustikaler zu. Kiel erhöhte den Druck, der VfB konterte und hätte das Spiel kurz vor Schluss auch entscheiden müssen. Aus der eigenen Hälfte starteten neben Bytyqi auch der eingewechselte Pascal Richter und Andrej Startsev und die große Mehrheit der Zuschauer war sich sicher, das würde die Entscheidung sein. Doch Bytyqi wurde zu weit abgedrängt, um den Ball noch querlegen zu können und sein Schuss wurde zur Beute von Kornath. Der Torhüter selbst spurtete beim letzten Kieler Versuch mit nach vorne, konnte die Niederlage aber auch nicht mehr verhindern. Für den VfB war es nach zuvor drei Unentschieden übrigens der erste Sieg über die Kieler Zweite.

VfB Oldenburg: 1 Dominik Kisiel – 27 Andrej Startsev, 8 Kai Bastian Evers, 25 Kevin Kalinowski (90+3. 23 Fabian Herbst), 3 Dominique Ndure – 21 Nico Matern, 6 Patrick Posipal – 7 Pascal Steinwender (87. 18 Pascal Richter), 9 Enis Bytyqi, 20 Ibrahim Temin – 11 Kifuta Kiala Makangu (76. 22 Efkan Erdogan)
Trainer: Alexander Kiene

Holstein Kiel II: 1 Finn-Niklas Kornath – 13 Marcus Coffie, 6 Barne Pernot, 4 Tjorve Mohr – 12 Mats Melahn – 11 Tom Baller (80. 22 Tim Möller), 15 Johann Berger, 21 Tim Siedschlag, 14 Felix Niebergall (80. 20 Jan Matti Seidel) – 5 Julius Rainer Alt (68. 17 Justin Njinmah) – 7 Mats Facklam
Trainer: Raue und Soranno

Tore: 1:0 Patrick Posipal (38.); 1:1 Mats Facklam (40.); 2:1 Ibrahim Temin (62.)

Schiedsrichter/in: Stefan Zielsdorf – Assistenten: Mario Bernhardt, Jens Kampling

Zuschauer: 913 im Marschweg-Stadion

Gelbe Karte: Andrej Startsev, Kevin Kalinowski (2.), Nico Matern (4.) / Julius Rainer Alt (2.), Barne Pernot, Justin Njinmah