Oldenburg. Nervliche Schonkost steht beim VfB Oldenburg derzeit nicht auf der Speisekarte. Bereits nach einer knappen Viertelstunde führen die Blauen gegen Eintracht Norderstedt 2:0, doch statt die 1.323 Fans mit einem Kantersieg zu verwöhnen, war beim 3:1-Sieg Nervenfutter gefragt.

Das muntere Spiel war noch keine Minute alt, da setzte Maik Lukowicz, auf der linken Seite aufgeboten, die erste Duftmarke. Seinen Schuss aus gut 16 Metern konnte Torhüter Lars Oliver Huxsohl aber zur Ecke lenken. Eine knappe Minute später war er dann allerdings machtlos. Kai Bastian Evers hatte den Ball in die Mitte gepasst und Pascal „Calli“ Steinwender das Zuspiel mit dem Kopf zur frühen Führung veredelt.

Ein Start nach Maß für den VfB, der die Anfangsphase klar dominierte, wenngleich auch die Gäste bereits nach zehn Minuten zu ihrer ersten Möglichkeit kamen. Der starke Johann von Knebel scheiterte mit seinem Kopfball allerdings an Dominik Kisiel. Dass der Oldenburger Torhüter sich im weiteren Verlauf noch mehrfach würde auszeichnen können, war in dieser Phase gleichwohl nicht zu erahnen, denn die Blauen legten nach, und wie.

Nico Matern erkämpfte sich im Mittelfeld den Ball und hatte den durchstartenden Enis Bytyqi im Blick, der seinem Gegenspieler direkt die Hacken zeigte und den Ball zum 2:0 ins lange Eck setze (16.). „Werdet mal wach, es steht 2:0“, lautete folgerichtig die deutliche Ansage von Gäste-Trainer Jens Martens an seine Mannschaft. Die allerdings fruchtete, denn nach einem nicht gegebenen Tor von Maik Lukowicz, den Schiedsrichter Hendrick Duschner im Abseits gesehen hatte, wurden die Gäste immer stärker.

Vor allem Dominik Kisiel rückte jetzt mehr und mehr in den Fokus, so auch in der 23. Minute. Reaktionsschnell entschärfte er einen feinen Freistoß von Philipp Koch. Zehn Minuten später konnten die Oldenburger in höchster Not vor Michael Kobert klären. Norderstedt drückte, der VfB konterte und hätte zur Pause durchaus höher führen können, doch Maik Lukowicz (39.) und der bärenstarke Kifuta Kiala Makangu (42.) ließen guten Möglichkeiten ungenutzt.

Die Gäste reagierten zu Beginn der zweiten Halbzeit mit dem ersten Wechsel. Für den starken Rico Bork kam Nathaniel Amartei Amamoo ins Spiel und der durfte nur drei Minuten später mit seinen Kameraden jubeln. Nach einem Pass von Marxen hatte Johann von Knebel abgezogen. Der Ball wurde von Kevin Kalinowski derart unglücklich abgefälscht, dass Kisiel nicht mehr parieren konnte.

Jetzt wurde der Kick zu einer echten Nervenschlacht. Die Oldenburger wehrten sich, doch Norderstedt blieb enorm druckvoll und konnte vor allem im Zentrum mehr Bälle für sich entscheiden. Einen allerdings konnten sie nicht überwinden: Torhüter Dominik Kisiel reihte jetzt eine Parade an die nächste. In der 68. Minute war er bei einem Kopfball von Kobert zur Stelle, nur eine Minute später scheiterte Nils Brüning am Oldenburger Torhüter.

Der VfB seinerseits hatte immer wieder Möglichkeiten zu Kontern, doch der letzte Pass kam zu selten genau. Folgerichtig blieb es spannend, woran auch die Einwechselungen von Pascal Richter und Efkan Erdogan nichts änderten. Norderstedt blieb am Drücker, schnürte den VfB regelrecht ein, scheiterte jedoch auch in der 78. Minute am überragenden Kisiel. Nach einem filigranen Doppelpass mit Kobert kam Juri Marxen zum Abschluss, aber nicht an Kisiel vorbei. Vier Minuten später pflückte er einen Freistoß von Nick Brisevac aus dem Winkel.

Während die Oldenburger ihren Torhüter feierten, konnten die Gäste es kaum fassen. Allerdings hatte Norderstedt auch Glück, denn fünf Minuten vor Schluss wurde Calli Steinwender im Strafraum umgesenst, der fällige Elfmeterpfiff aber blieb aus, so dass die Fans bis in die Nachspielzeit zittern mussten, ehe sie mit dem zweiten Treffer von Steinwender erlöst wurden.

VfB Oldenburg: 1 Dominik Kisiel – 25 Kevin Kalinowski, 23 Fabian Herbst, 3 Dominique Ndure – 8 Kai Bastian Evers – 16 Maik Lukowicz (62. 18 Pascal Richter), 21 Nico Matern, 20 Ibrahim Temin – 7 Pascal Steinwender (90+1. 6 Patrick Posipal), 11 Kifuta Kiala Makangu, 9 Enis Bytyqi (70. 24 Alexandar Jankovic)
Trainer: Alexander Kiene

Eintracht Norderstedt: 1 Lars Oliver Huxsohl – 4 Juri Marxen, 3 Yannik Nuxoll, 22 Hamajak Bojadgian, 15 Rico Bork (55. 11 Nathaniel Amartei Amamoo) – 24 Philipp Koch – 7 Nils Brüning, 28 Johann von Knebel, 10 Nick Brisevac, 8 Dane Kummerfeldt (77. 20 Dominik Akyol) – 17 Michael Kobert
Trainer: Jens Martens

Tore: 1:0 Pascal Steinwender (2.); 2:0 Enis Bytyqi (16.); 2:1 Johann von Knebel (55.); 3:1 Pascal Steinwender (90+1.)

Schiedsrichter/in: Hendrik Duschner – Assistenten: Sebastian Schiller, Jannik Weibrecht

Zuschauer: 1323 im Marschweg-Stadion

Gelbe Karte: Fabian Herbst, Kifuta Kiala Makangu (4.), Ibrahim Temin, Dominik Kisiel / –