Der Ball lag noch auf dem Präsentiertischchen, als im Marschwegstadion bereits die Post abging – allerdings rein musikalisch. Rockig ist sie, die neue Einlaufmusik des VfB Oldenburg, die von Chris Camarna live intoniert wurde. Rein sportlich wurde es dann zwischen den Blauen und dem BSV Rehden nicht ganz so schwungvoll und am Ende trennten sich beide Mannschaften torlos.

VfB-Trainer Dietmar Hirsch hatte seine Formation im Vergleich zum Spiel gegen den VfB Lübeck deutlich verändert. Offensiv bekam Alexander Lüttmers gegen seinen Ex-Club eine Chance von Anfang an, hinter ihm agierte anfänglich Marc Meunier. Im defensiven Mittelfeld durfte Okan Erdogan beginnen. Tshomba Luvumbu Oliveira und Marcel Lück, in Lübeck noch offensiv aufgeboten, nahmen auf der Bank Platz.

Vor der tollen Kulisse von 1.717 Zuschauern hätte das Spiel vielleicht einen anderen Verlauf genommen, wenn die Oldenburger im Abschluss die notwendige Portion Glück gehabt hätten. Hätte, wenn und aber, dem war letztlich nicht so. Bereits nach sechs Minuten hatte Dino Fazlic den schnellen Ibrahim Temin auf die Reise geschickt und nach einem feinen Doppelpass mit Lüttmers kam „Ibo“ auch zum Abschluss, aber Torhüter Philip Faderl war auf dem Posten.

Das sollte dann allerdings auch für lange Zeit die beste Chance der Blauen gewesen sein. Es dauerte bis zur 22. Minute, ehe sich Lüttmers nach einem Freistoß von Franzikus in die Höhe schraubte, den Ball aber knapp verpasste. Die Gäste hatten die spielerisch besseren Momente, waren vor dem Tor allerdings auch harmlos, während der VfB einfach kein Mittel finden wollte, um Rehden effektiv unter Druck zu setzen. Die ganz große Spannung blieb deshalb bis zur Pause aus.

In die zweite Halbzeit startete der VfB mit einer personellen Veränderung. An Stelle von Erdogan und Lüttmers brachte Dietmar Hirsch mit Conrad Azong einen neuen Stürmer und Laurel Aug sollte den VfB im defensiven Mittelfeld stabilisieren. Eine Maßnahme, die durchaus als gelungen betrachtet werden durfte, denn beide machten ihre Sache gut. Azong war kaum auf dem Platz, da stand er auch schon mittendrin im Geschehen. Franzikus hatte sich rechts durchgesetzt und den Ball mit viel Schärfe vor das Tor gepasst, doch der einschussbereite Azong wurde durch einen Verteidiger abgeblockt.

Die Blauen, bei denen jetzt auch Pascal Richter immer häufiger den Weg in die Offensive fand, wurden zumeist gefährlich, wenn es schnell ging. Um das Tempo nochmals zu erhöhen, entschied sich Dietmar Hirsch nach einer Stunde für den nächsten Wechsel. Er bracht Marcel Lück für Marc Meunier.

Die nächste Szene gehörte allerdings Pascal Richter. Der fasste sich ein Herz und trat mit „Schmackes“ aus mehr als 24 Metern hart gegen den Ball, der das Tor allerdings knapp verfehlte (65.). Angetrieben vom ebenso geduldigen, wie nimmermüden Publikum schien der VfB drauf und dran, das siegbringende Tor zu erzielen.

Doch der aufkeimende Optimismus wurde derart unsanft herausgerupft, wie es sonst nur Unkraut erfährt, das sich zwischen den Terrassenplatten seinen Weg sucht. Ausgerechnet VfB-Torhüter Hrvoje Bukovski sollte nach 70 Minuten krass daneben greifen und Corvin Behrens so das 0:1 auflegen. Der Rehdener dürfte sich bereits Gedanken darüber gemacht haben, wie er seinen Treffer zelebrieren könnte, anders ist nicht zu erklären, dass er aus kürzester Distanz den Ball an die Latte setzte.

Aufatmen aus Seiten der Oldenburger, die in der Schlussphase nochmals Druck machten, aber erneut Pech hatten. Nach einer Ecke von Franziskus zielte Leon Lingerski mit einem Kopfball daneben (78.) und vier Minuten später fand Conrad Azong für einen tollen Pass in die Mitte keinen Abnehmer.