Hannover. Das nennt man wohl „ein gutes Händchen“. Mit 3:0 hat sich der VfB Oldenburg am Sonntagnachmittag beim HSC Hannover durchgesetzt. Vor 685 Zuschauern, darunter sicherlich 130 aus Oldenburg, trafen der eingewechselte Efkan Erdogan und Kifuta Kiala Makangu (2) für die Blauen.

Im Vergleich zum Nachholspiel bei Holstein Kiel II hatte Alexander Keine seine Anfangsformation auf zwei Positionen verändert. Nico Matern durfte ebenso beginnen, wie Pascal Richter. Doch für beide war der muntere Kick vorzeitig zu Ende. Matern musste bereits nach 24 Minuten den Dienst einstellen. Eine Knöchelverletzung verhinderte sein weiteres Mitwirken. Er wurde durch Efkan Erdogan ersetzt. Pascal Richter wiederum blieb in der Pause in der Kabine. Erneut zwickten die Adduktoren. Für ihn kam Jakob Bookjans ins Spiel. Um das personelle Dilemma des VfB abzurunden noch dies: Bookjans zog sich in einem Zweikampf eine Fußverletzung zu und quälte sich die letzten Minuten über mehr humpelnd ins Ziel. Ob ihm eine Zwangspause droht, ist noch nicht ganz klar.

Wenden wir uns also dem Geschehen auf dem gepflegten Grün zu. Eben diesem hätten die Oldenburger bereits nach zwei Minuten eine klare Richtung vorgeben können. Ibrahim Temin hatte sich im Zweikampf auf der linken Seite durchgesetzt und am Ende einer feinen Ballstafette über Dennis Rosin und Pascal Richter kam Kifuta im Strafraum zu Fall. Schiedsrichter Dr. Henrik Bramlage zeigte sofort auf den Punkt, Elfmeter für den VfB. Doch eben diese Gelegenheit ließen die Blauen sich entgehen. Ibo Temin scheiterte mit seinem Schuss an Torhüter Sascha Algermissen (3. Minute).

Im direkten Gegenzug meldeten sich dann auch die Hannoveraner erstmalig offensiv. Hauke Bartels scheiterte mit seinem Schuss allerdings an Dominik Kisiel. In der Folge gaben die Blauen den Takt des munteren Wettstreits vor, wenngleich der Aufsteiger immer gefährlich blieb und durch Konter offensive Nadelstiche setzte.

Die nächste große Chance gehörte allerdings erneut den Gästen. Dennis Rosin demonstrierte filigran, dass er ein ganz feiner Kicker ist, dribbelte sich an gleich drei Hannoveranern vorbei und wollte sein gekonntes Tun mit einem Lupfer über Algermissen garnieren, doch der Ball landete nicht im Tor, sondern flog über die Latte (15.). Während der Oldenburger sich noch ärgerte, machte Torhüter Algermissen seinem Unmut direkt Luft und stauchte seine Mitspieler deutlich vernehmbar zusammen.

Auf der anderen Seite war es dem Ex-Oldenburger Ferhat Bikmaz vorbehalten, aus knapp 16 Metern abzuziehen. Doch auch sein Schuss war zu hoch angesetzt (18.). Es sollte die letzte gute Möglichkeit der Gastgeber bis zur Pause bleiben, sieht man von einem Heber durch Mohamed Darwish ab, der das Tor aber verfehlte (38.).

Der VfB seinerseits hätte durch Kifuta, nach einer Flanke von Ndure, in Führung gehen können. Für Unverständnis sorgte unmittelbar vor dem Pausenpfiff eine Entscheidung von Schiedsrichter Bramlage. Nach einem klaren Foul, der Tritt des Abwehrspielers gegen das Schienbein des Oldenburgers war selbst auf der Tribüne noch zu hören, blieb der zwingende Elfmeterpfiff aus. (45.).

Die zweite Halbzeit begann ähnlich wie die erste, mit einer Chance für den VfB. Diesmal allerdings scheiterte Ibo Temin an Algermissen im HSC-Tor. Im direkten Gegenzug versuchte sich Almir Kasumovic erfolglos aus der Distanz.

Eine knappe Stunde war gespielt, als Alexander Kiene den finalen Wechsel vornehmen sollte. Für Temin kam Justin Dähnenkamp ins Spiel und auch das sollte sich kurz darauf auszahlen, aber der Reihe nach.

67 Minuten waren gespielt, da schnappte sich Efkan Erdogan den Ball, um eine klare Ansage seines Trainers zu befolgen. „Effe, Du schießt“, hatte Kiene in Richtung seines Mittelfeldspielers gerufen, der von der Strafraumgrenze flach abzog und den Ball zur verdienten Führung im Netz unterbrachte.

Die Oldenburger Fans jubelten noch, da setzten die Blauen zum nächsten Angriff an. Erdogan hatte Dähnenkamp geschickt, dessen perfekte Flanke Kifuta in Torjägermanier zum 0:2 versenkte (70.). Kurz darauf hätten die Hannoveraner durchaus zum Anschluss kommen können, doch ein Schuss aus dem Gewühl heraus wurde von einem Spieler der Gastgeber auf der Oldenburger Torlinie abgeblockt.

Die Oldenburger machten es dann besser und kamen in der 86. Minute zum 0:3. Einen Freistoß von Erdogan konnte Algermissen nicht festmachen, Kifuta war zur Stelle und traf zum zweiten Mal.

Kurz vor dem Schlusspfiff hatte der HSC nochmals die Chance, zumindest den Ehrentreffer zu erzielen, doch Mohamet Derwish zielte vom Elfmeterpunkt über das Tor.

„Hannover ist ein starker Aufsteiger und hat es heute richtig gut gemacht. Dennoch ist unser Sieg verdient. Riesen Kompliment an die Mannschaft. Die Jungs haben alle Rückschläge weggesteckt, hatten das Spiel in Kiel in den Knochen und haben sich heute trotzdem zerrissen. Wir haben es als Mannschaft gelöst und ich denke, wir können jetzt von einem gelungenen Start sprechen“, so Alexander Kiene.

 

HSC Hannover: 1 Sascha Algermissen – 2 Dominic Vilches-Bermudez, 7 Niklas Kiene (70. 24 Luca Ritzka), 18 Deniz Tayar, 12 Gürkan Öney – 26 Björn Lambach – 22 Hauke Bartels (84. 19 Gian-Luca Kasumovic), 6 Ferhat Bikmaz, 23 Torben Deppe (58. 14 Rodi Hezo) – 25 Almir Kasumovic, 8 Mohamed Darwish
Trainer: Martin Polomka

VfB Oldenburg: 1 Dominik Kisiel – 5 Jeffrey Volkmer, 25 Kevin Kalinowski, 4 Leon Deichmann, 3 Dominique Ndure – 8 Kai Bastian Evers, 21 Nico Matern (24. 22 Efkan Erdogan) – 18 Pascal Richter (46. 15 Jakob Bookjans), 37 Dennis Rosin, 20 Ibrahim Temin (63. 17 Justin Dähnenkamp) – 11 Kifuta Kiala Makangu
Trainer: Alexander Kiene

Tore: 0:1 Efkan Erdogan (67.); 0:2 Kifuta Kiala Makangu (70.); 0:3 Kifuta Kiala Makangu (86.)

Schiedsrichter/in: Dr. Henrik Bramlage – Assistenten: Mario Bernhardt, Rainer Wulftange

Zuschauer: 685 im VW Podbi Sportpark

Gelbe Karte: Niklas Kiene (2.) / Kai Bastian Evers (2.)

Vergebene Elfmeter: Mohamed Darwish (Foulelfmeter, 90+1., über das Tor) / Ibrahim Temin (Foulelfmeter, 3., gehalten von Sascha Algermissen)