Hamburg. Was für ein Spektakel. Der VfB Oldenburg hat am 15. Spieltag endlich zum zweiten Mal in Folge gewonnen und wie. Bei Aufsteiger Altona 93 FC siegten die Oldenburger auch in dieser Höhe verdient mit 6:2. Kevin Kalinowski, Ibrahim Temin (2), Enis Bytyqi (2) und Maik Lukowicz trafen für die Blauen.

Im Vergleich zur Vorwoche hatte Alexander Kiene auf einer Position umgestellt. Für den leicht angeschlagenen Kifuta durfte dieses Mal Maik Lukowicz von Beginn an ran. Vor 990 Zuschauern – Fans des AFC und des VfB hatten übrigens schon seit dem Vormittag gemeinsam gefeiert – erwischten die Gäste einen nahezu perfekten Start. Nico Matern legte den Ball bei einer Ecke zurück auf Enis Bytyqi, dessen Schuss konnte Altonas Torhüter Tobias Grubba nicht festhalten und in perfekter Abstaubermanier sorgte Kevin Kalinowski für das 0:1 (6. Minute). Nur eine knappe Minute später hätten die Blauen fast das 0:2 markiert. Erneut war Grubba das Spielgerät entwischt, doch ein Mitspieler konnte gerade noch klären.

Der VfB blieb allerdings am Drücker. Vor allem Pascal „Calli“ Steinwender war für die Deckung der Gastgeber regelmäßig zu schnell und wirbelte nach Belieben. Mit Folgen, denn in der 12. Minute legte er den Ball perfekt in die Mitte, wo diesmal Ibrahim „Ibo“ Temin goldrichtig stand und auf 0:2 erhöhte.

Die Oldenburger Freude über die frühe Führung war noch nicht verklungen, da lag der Ball schon wieder im Netz, diesmal aber auf der anderen Seite. Maximilian Dagott hatte trocken abgezogen und Glück, dass sein Schuss für Dominik Kisiel unhaltbar abgefälscht wurde (13.). Die Oldenburger steckten den Anschlusstreffer allerdings locker weg und schalteten sofort wieder in den Vorwärtsgang. Nach einem Einwurf von Jeffrey Volkmer zündete Calli Steinwender erneut den Turbo und lupfte den Ball derart gefühlvoll ins Zentrum, dass Enis Bytyqi keine Mühe hatte, mit dem Kopf auf 1:3 zu erhöhen (18.).

Auf der anderen Seite zielte Ole Wohlers dagegen knapp über das Tor (20.). Die Blauen machten genau das in dieser Phase besser, denn nach Vorarbeit von Calli Steinwender legte Maik Lukowicz das 1:4 nach (26.). Die Entscheidung? Nicht in dieser fast schon verrückten ersten Halbzeit, denn nach einem filigranen Solo konnte Bujar Sejdijar, auch dank deutlicher Zurückhaltung der Oldenburger Deckung, auf 2:4 verkürzen (30.).

Der nächste Aufreger ließ nicht lange auf sich warten, denn in der 37. Minute wurde Maik Lukowicz im Strafrauf rustikal angegangen, der allemal vertretbare Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Simon Rott blieb allerdings aus. Es sollte gleichwohl die letzte gute Offensivaktion des VfB in der ersten Halbzeit bleiben, denn längst hatte der kampfstarke AFC das Kommando übernommen und kam vor allem über Standardsituationen immer wieder gefällig und gefährlich vor das Tor der Gäste, die in der 45. Minute Glück hatte, weil Wohlers erneut daneben zielte.

„Wir haben Altona nach dem 1:4 wieder ins Spiel kommen lassen. Das ist hier noch nicht durch“, unkte VfB-Sportdirektor Jürgen Hahn in der Halbzeitpause, hoffen, „dass wir schnell das 2:5 machen.“ Genau diese Hoffnung sollte sich erfüllen und zwar mit einem echten „Sahnetor“. Enis Bytyqi zielte, wie vor einer Woche beim 2:0 gegen Jeddeloh, abermals ganz genau und versenkte einen Freistoß aus mehr als 25 Metern im Knick (47.).

Ein Wirkungstreffer, denn Altona mühte sich zwar weiter, der VfB hatte den Gegner jetzt allerdings im Griff und erspielte sich zahlreiche weitere Möglichkeiten. Es dauerte allerdings bis zur 69. Minute, ehe die Blauen auf 2:6 erhöhten. Einen ganz feinen Pass von Nico Matern schnappte sich Ibo Temin, zog einen kurzen Sprint an und traf ins lange Eck. Altona gab zwar nicht auf, fand jetzt aber keine probaten Mittel mehr, um den VfB nochmals in Verlegenheit zu bringen. Auf der anderen Seite ließen die Oldenburger einige Chancen ungenutzt (Temin, Lukowicz). Pech hatte Altonas William Wachowski, der den eingewechselte Pascal Richter unmittelbar vor der Strafraumgrenze derart rustikal abräumte, dass er dafür mit der roten Karte bestraf wurde.

Altona 93: 33 Tobias Grubba – 19 Leon Mundhenk, 2 Maximilian Dagott, 5 William Wachowski, 3 Dallas Sikes Aminzadeh – 20 Ridel Varela Monteiro, 27 Bujar Sejdija (54. 10 Luis Hacker), 21 Eudel Silva Monteiro – 15 Kubilay Büyükdemir, 23 Marco Schultz (73. 9 Marcel Lück), 11 Ole Wohlers (59. 7 Erdogan Pini)
Trainer: Berkan Algan

VfB Oldenburg: 1 Dominik Kisiel – 5 Jeffrey Volkmer, 8 Kai Bastian Evers, 25 Kevin Kalinowski, 3 Dominique Ndure – 9 Enis Bytyqi (66. 18 Pascal Richter), 21 Nico Matern, 6 Patrick Posipal (86. 14 Bernard Suffner), 20 Ibrahim Temin – 7 Pascal Steinwender (66. 37 Dennis Rosin), 16 Maik Lukowicz
Trainer: Alexander Kiene

Tore: 0:1 Kevin Kalinowski (6.); 0:2 Ibrahim Temin (12.); 1:2 Maximilian Dagott (13.); 1:3 Enis Bytyqi (18.); 1:4 Maik Lukowicz (26.); 2:4 Bujar Sejdija (29.); 2:5 Enis Bytyqi (47.); 2:6 Ibrahim Temin (69.)

Schiedsrichter/in: Simon Rott – Assistenten: Christopher de Vries, Sebastian Schiller

Zuschauer: 990 in der Adolf-Jäger-Kampfbahn

Gelbe Karte: Luis Hacker (4.) / Ibrahim Temin (3.), Patrick Posipal (2.)

Rote Karte: William Wachowski (89.) / –