Wetten auf den anzunehmenden Spaßfaktor werden aktuell nicht entgegengenommen. Spekulationen, dass dieser überschaubar hoch ausfallen könnte, sind gleichwohl zulässig. Immerhin geht es beim fußballerischen Wettstreit zwischen dem VfB Oldenburg und dem VfV 06 Borussia Hildesheim um die Trendwende. Grund genug, eine kleine Vorschau zu wagen.

Die Situation: Beide Mannschaften laufen aktuell der Musik ein klein wenig und auch etwas mehr hinterher. Während die Blauen zuletzt aus zwei Spielen nur einen Punkt generieren konnten, haben die Gäste insgesamt erst einen Punkt auf die Habenseite bringen können. Selbigen holten die Südniedersachsen übrigens beim TSV Havelse. Nach 90 Minuten hieß es 0:0. Eine Bilanz, die aktuell den letzten Tabellenplatz bedeutet.

Der Gegner: Hildesheim befindet sich im Umbruch. Zwölf Spieler haben den Verein verlassen, 15 neue Kicker haben bei der Borussia angeheuert. Bekanntester Neuzugang ist fraglos Sofien Chahed, der das eine oder andere Spiel als Profi auf dem Buckel hat. Außerdem wurde mit Jörg Goslar auch ein neuer Trainer verpflichtet. Er folgt auf Jürgen Stoffregen, der die Mannschaft im Verlauf der vergangenen Serie übernommen und letztlich zum Klassenerhalt geführt hat. Wirklich ergiebig war das Tun der neuformierten Truppe bislang aber noch nicht. Sieben Spiele, ein Punkt, 1:16 Tore. Klingt nach einer lösbaren Aufgabe für den VfB, doch nicht ohne Grund gehen bei eben diesem Gedankengang alle blau-weißen Alarmglocken an. Das hat nicht allein damit zu tun, dass die Hildesheimer zuletzt deutlich stärker geworden sind.

Stärken und Schwächen: Sieben Spiele ohne Sieg, das ist auf den ersten Blick nicht gerade eine Bilanz, die einem Angst machen muss. „Vorsicht“, warnt VfB-Trainer Stephan Ehlers, „Hildesheim ist in den vergangenen Wochen immer stärker geworden und hat in den letzten drei Spielen viel Pech gehabt. Mir ist schon klar, dass das niemand gerne hören will, aber als Verantwortlicher muss man die Situation nicht emotional, sondern realistisch einschätzen.“ Heißt: Die Hildesheimer sind defensiv deutlich stabiler als zu Saisonbeginn. Die Mannschaft verteidigt mittlerweile nicht nur mit Leidenschaft, sondern auch taktisch klug. Dabei bevorzugt Jörg Goslar eine Art Fünferkette bei Ballbesitz des Gegners. Eben die war in den letzten Spielen nur schwer zu knacken. Schwächen offenbarte die Mannschaft im Spiel nach vorn. Sie erarbeitet sich zu wenig Torchancen und macht aus eben diesen bislang noch weniger.

Sonst so: Als Oldenburger tut man sich in diesem Tagen schwer, allein den Gegner genauer unter die Lupe zu nehmen. Das für gibt es gute Gründe und die sind vor allem personeller Natur. Trainer Stephan Ehlers muss aktuell fast an jedem Trainingstag einen weiteren Ausfall verkraften. Den Anfang machte vor dem Spiel in Egestorf bereits Ahmet Saglam. Eine Schienbeinfraktur zwingt unseren Abwehrchef zu einer längeren Pause. Im schlimmsten Fall kann er in der Hinrunde nicht mehr auflaufen. Nächster Neuzugang auf der Aufallliste war in dieser Woche Marc Meunier. Der Youngster hat sich wohl einen Bandscheibenvorfall zugezogen und droht drei Monate auszufallen. Am Freitag hat sich schließlich noch Henri Aalto eine Blessur zugezogen. Sein Einsatz am Sonntag ist fraglich.

Der VfB-Trainer wird also erneut umstellen müssen. Statt eine Mannschaft einzuspielen und Automatismen zu festigen, müssen die Blauen Woche für Woche improvisieren. Das macht die Ausgangssituation nicht leichter. Hoffnung ist dennoch angebracht, sofern die Mannschaft aus ihren vermeidbaren Fehlern in Egestorf gelernt hat. Mehr Konzentration in der Defensiv, mehr Aggressivität, noch mehr Intensität, zudem eine noch größere Gier auf Tore, das könnte in der Summe am Sonntag den Ausschlag geben. „Wir wollen die drei Punkte und wir sind stark genug, um sie zu holen.“