Willkommen zum Floskelfestival, denn während andernorts sachliche Analysen verfasst werden, widmen wir uns in der Vorschau zum Spiel der Blauen bei Altona 93 einfach mal den unwiderlegten Wahrheiten des Fußballs. Heute: Der nächste Gegner ist immer der schwerste. Das gilt umso mehr, wenn der Gegner gerade in die Regionalliga aufgestiegen ist und bestimmt nicht weiß, wohin mit dem ganzen Freudenadrenalin. Los geht es am Sonntag, um 14 Uhr.

Der Gegner: Tradition pur, Altona 93 Fußball Club steht unstreitig für pure Tradition. Die Schwarz-Weiß-Roten blicken auf viele Jahre in den höchsten Ligen des Amateurfußballs zurück, waren nahezu ein fester Bestandteil der damaligen Oberliga-Nord und erfreuen sich im Schatten der minimal populäreren Clubs Hamburger SV und FC St. Pauli einer gewachsenen Fan-Gemeinde. Bekannte Kicker gibt es natürlich auch, allen voran Adolf Jäger, den ehemaligen Nationalspieler und Namensgeber des herrlichen AFC-Stadions. Aber auch Christian Rahn hat mal das Auswahlleibchen getragen und wer wusste, dass auch Eric Maxim Choupo-Moting und Jonathan Tah das Kicken beim AFC gelernt haben, ist ein echter Experte. Wir sind es übrigens nicht, haben mit Wikipedia aber einen diesbezüglich gut sortierten Kumpel.

Die Bilanz: Zwei Spiele, drei Punkte und damit zwei mehr als wir, haben die Gestreiften (der AFC spielt nicht selten in gestreiften Trikots) auf dem Konto. Zwar haben sie am ersten Spieltag zuhause gegen den TSV Havelse verloren, woraus wir natürlich direkt mal eine zwingend auszunutzende Heimschwäche ableiten, aber dann beim Lüneburger SK 2:1 gewonnen.

Die Stärken und Schwächen: Ganz ehrlich? Keine Ahnung! Nach zwei Spieltag ein Urteil über die fußballerische Kompetenz des Gegners auf den Markt zu werfen, ist selbst für unser Selbstvertrauen eine zu große Herausforderung. Der Blick zurück lohnt diesbezüglich auch nicht, denn das Personal hat sich doch deutlich verändert.

Die Kicker: Zwölf Abgängen stehen 13 neue Spieler gegenüber, rein quantitativ hat sich in der Truppe also wenig getan. Zwei Namen sind uns allerdings bestens geläufig. Marco Schulz, der schon in Neumünster und Norderstedt hinter dem Ball hergeflitzt ist, hat die Kickerei beim VfB gelernt. Naja, so halbwegs zumindest, denn er war in der Jugend für die Blauen am Ball. Spricht für ihn. Außerdem wäre da noch ein gewisser Jakob Sachs. Bei Nennung seines Namens wird die Redaktion etwas schreckhaft, denn der Bursche versteht seinen Job und hat uns schon wiederholt geärgert.

Die Historie: Zumindest in den vergangenen Jahren tummelten sich die Stadtteilfußballer nur in den Grenzen der Hamburgliga. In der letzten Saison wurden sie Dritter, konnten die Aufstiegsrunde aber spielen, weil Meister Dassendorf und Vize Buchholz nicht wollten. Altona hat die Chance genutzt, ist aufgestiegen und will jetzt an frühere Erfolge anknüpfen. Die letzten Vergleiche mit dem VfB gab es übrigens in der Saison 2007/2008 und wir erinnern uns nicht gerne. Zuhause haben wir 0:1 verloren, in Hamburg hieß es 1:2 aus dem Oldenburger Blickwinkel. Eine Serie, die wir nicht fortsetzen möchten.

Der Schiedsrichter: Fynn Kohn von der Husumer SpVg wird den Kick in der Adolf-Jäger-Kampfbahn leiten. Ihm assistieren Timo Winkel und Malte Gerhardt.

Die Situation: Freudentänze haben unsere Jungs nach dem 0:0 gegen den BSV Rehden nicht aufgeführt. Spricht für ihren Realitätssinn. Andererseits sind wir auch selbstbewusst genug, um zuzugeben, dass die Leistung in der ersten Halbzeit nicht so prall war, die Truppe sich in Halbzeit zwei allerdings deutlich steigern konnte. Klar ist, da geht noch mehr. Klar ist auch, dass unser Trainer Didi Hirsch wiedermal umbauen muss. Leon Lingerski plagt sich mit einer Verletzung. Immerhin, gegen Rehden zeigte sich, dass der Kader einige Möglichkeiten bietet. Conny Azong hat Schwung ins Spiel gebracht und wird an seinem alten Wohnort Hamburg krass motiviert sein. Das gilt natürlich auch für den Hamburger Jung Laurel Aug, der gegen Rehden ebenfalls ein gutes Spiel gemacht hat und eine Alternative im Mittelfeld ist. Davon mal abgesehen, setzen wir auf das Gesetz der Serie. Niederlage, Unentschieden, da kann im dritten Spiel nur ein Sieg folgen.