Viel mehr Fußballgeschichte läßt sich in dieser Saison bei kaum einem Auswärtsspiel „erleben“. Beim traditionsreichen VfB Lübeck startet der VfB Oldenburg am Freitagabend, um 18 Uhr in die neue Saison. Wir haben schnell noch einige Fakten zusammengetragen.

Livespiel: Sport1 wird den Kick live übertragen. Das Duell der beiden ehemaligen Proficlubs ist das offizielle Saison-Eröffnungsspiel der Regionalliga-Nord. Die Übertragung startet um 17:30 Uhr mit der Berichterstattung rund um die Verleihung des Zukunftspreises des Norddeutschen Fußball-Verbandes, um den sich der VfB Oldenburg beworben hat. Der Preis ist mit insgesamt 35.000 EUR dotiert.

Der Gegner: Die Lübecker haben in dieser Saison fraglos die Ambition, ganz oben anzugreifen. Im Sommer des vergangenen Jahres wurde ein personeller Umbruch vollzogen, Trainerwechsel inklusive. Nachdem es in der vergangenen Spielzeit nicht ganz gereicht hat, um nachhaltig Titelansprüche geltend zu machen, durfte Trainer Martin Landerl vor dieser Spielzeit nochmals einige Veränderungen vornehmen.

Personal: Zwölf neue Spieler kamen auf die Lohmühle, neun Kicker gingen, darunter auch einige Leistungsträger, etwa Stürmer Junior Ebot-Etchi, der ausgerechnet zum Nord-Rivalen Flensburg weitergezogen ist. Die Abgänge scheinen allerdings verkraftbar, denn die Lübecker Verantwortlichen haben gezielt daran gearbeitet, ihre Schwachstellen zu beseitigen. Zwischen den Pfosten steht jetzt ein Torhüter, der weiß, wie man Meister wird. Benjamin Gommert kehrte aus Meppen zurück in die Hansestadt. Gleich drei Spieler kamen vom FC Schönberg 95 zu den Grün-Weißen, darunter auch der ehemalige Oldenburger Daniel Halke. Für Gefahr in der Offensive sollten Dennis Hoins, zuvor Hannover 96 II und Gökay Isiatan, aus Lüneburg zum VfB gekommen, sorgen.

Stärken und Schwächen: Gute Frage, denn wirklich aussagekräftige Ergebnisse liegen uns natürlich vor dem ersten Saisonspiel noch nicht vor. Klar ist, dass die Lübecker eine gelungene Vorbereitung absolviert haben. Zuletzt besiegten sie Nord-Ost-Regionalligist Viktoria Berlin mit 4:2. Auch im Pokal sind sie in den vergangenen Wochen von Sieg zu Sieg geeilt. Deutlich wird, dass Rolf Landerl seine Mannschaft mit erfahrenen Spielern, etwa Gommert oder Halke, aber eben auch talentierten Kickern verstärkt hat, die ihre Klasse bereits nachgewiesen haben. Gelingt es dem Österreicher, die Neuzugänge schnell zu integrieren, ist der VfB fraglos ein Titelkandidat.

Bei uns so: Natürlich hat das Pokal-Aus in Spelle Spuren hinterlassen. Es wäre allerdings ebenso unfair, wie unpassend, die Mannschaft für das 1:2 allzu hart zu kritisieren. Wenn man ihr einen Vorwurf machen kann, zielt dieser auf die Fahrlässigkeit im Umgang mit den eigenen Chancen ab. Mit etwas mehr Konzentration im Abschluss hätte man das Glück vielleicht zwingen können. Auf jeden Fall müssen die Blauen mit der gleichen Leidenschaft und Intensität auflaufen, wie beim Spiel gegen Meppen, dann können sie auch in Lübeck punkten. Noch ist derweil offen, ob Trainer Dietmar Hirsch an seiner alten Wirkungsstätte auf den kompletten Kader zurückgreifen kann.