Hätte man sich beim VfB Oldenburg einen Auftaktgegner aussuchen dürfen, die Wahl wäre kaum auf den BSV Rehden gefallen. Das hat natürlich rein gar nichts mit mangelndem Respekt vor den Schwarz-Weißen zu tun. Das Gegenteil ist der Fall, denn die Kicker aus der Diepholzer Peripherie neigen seit geraumer Zeit dazu, gegen unsere Blauen zu punkten. Auch am Sonntag? Wir wagen eine Vorschau. 

Der Auftakt: Das ging für den BSV Rehden dann doch mal ganz kräftig nach hinten los. Gegen den Lüneburger SK hieß es nach 90 Minuten 1:4. Die überraschende Niederlage hatte sich bereits vor dem Seitenwechsel angedeutet, denn die Gäste führten bereits nach 45 Minuten mit 2:0.  Am Ende täuscht das Ergebnis aber doch ein wenig, denn Rehden war deutlich stärker, als es das Ergebnis vermuten lässt.

Veränderungen: Sportlich sind die Schwarz-Weißen bereits in der vergangenen Serie im höchsten Maße ehrgeizig gewesen, wollten eine neue Mannschaft aufbauen und selbiger noch einen regionalen Anstrich geben. Das hat nicht geklappt. Im Gegenteil, der regionale Aspekt ging früh verloren, der Trainer wurde gewechselt und dennoch stand am Ende der sportliche Abstieg. Selbiger wurde nur deshalb nicht vollzogen, weil durch den Aufstieg des SV Meppen ein Platz in der Regionalliga frei geworden ist. In dieser Spielzeit soll alles anders werden. Mit Peter Schöne wurde der „Mannschaftsgestalter“ gegangen und immerhin 17 neue Spieler sollen bessere sportliche Zeiten erspielen.

Promi-Status: Mit einer Personalie haben die Rehdener im Sommer mal richtig aufhorchen lassen. Sie haben Addy-Waku Menga verpflichtet. Der langjährige Torjäger des VfL Osnabrück will seine Karriere in den Waldsportstätten ausklingen lassen und zog den BSV unter anderem auch dem SSV Jeddeloh vor. Kicken darf der Ex-Oldenburger allerdings noch nicht. Menga wurde für seine Beteiligung an einem Mini-Skandal, Stichwort „Absprache“ für vier Spiele gesperrt. Ersatz wurde indes schnell gefunden. Francky Sembolo, just mit dem SV Meppen in die 3. Liga aufgestiegen, spielt nun auch für die Schwarz-Weißen.

Stärken und Schwächen: Selbige zu beurteilen ist nach einem Punktspiel schon ein Stück weit vermessen. Allerdings fällt auf, dass Rehden vor allem defensiv noch nicht die notwendige Sicherheit gefunden hat. Im Pokal etwa kassierten die Kicker von Trainer Wolfgang Schütte bei Atlas Delmenhorst drei und gegen Lüneburg vier Gegentore. Immerhin, bei Oberligist Atlas zeigte die Mannschaft große Moral, schaffte den Ausgleich und setzte sich im Elfmeterschießen durch. Das spielerische Potenzial ist groß. Schwierigkeiten hatten Rehden in der Rückwärtsbewegung und wenn der Gegner das Umschaltspiel beherrscht, wird es für die Schwarz-Weißen schnell schwierig. Außerdem bemängelte Schütte gegen Lüneburg eine Vielzahl individueller Fehler. Gut, das kommt uns bekannt vor.

Leistungsträger: Schwierig einzuschätzen. Addy Menga könnte einer werden, schaut aber erstmal zu. Corvin Behrens ist im Angriff gesetzt, Michael Wessel soll die Abwehr zusammenhalten. Überraschend stand Kevin Artmann gegen Lüneburg nur 45 Minuten auf dem Platz.

Historisches: Das ist nicht angenehm, denn wir müssen ganz schön kramen, bis wir in der Historie auf den letzten Punktspiel-Heimsieg gegen Rehden stoßen. In der vergangenen Saison hieß es in den Punktspielen zweimal 2:2. Unsere letzten Heimsiege datieren aus dem Jahr 2014. Am 11. Mai hieß es 1:0, am 9. November gewannen die Blauen 3:1.