Oldenburg. Zweimal 0:0, das Toreschießen fällt dem VfB Oldenburg derzeit schwer. Dennoch herrscht bei den Blauen gute Stimmung, auch, weil die Mannschaft sich spielerisch positiv entwickelt. Das neue Trainergespann mit Marco Elia und Cumhur Demir kommt an, auch bei Sportchef Andreas Boll, der sich dazu und zu anderen Themen im Interview geäußert hat.

Tore gelten im Fußball bekanntlich als „Salz in der Suppe“. Schmeckt der VfB nach zwei torlosen Unentschieden derzeit etwas fad?
(lacht) Wenn die Tore auf der falschen Seite fallen, ist eine Suppe schnell auch mal versalzen. Um im Bild zu bleiben, ich finde, dass der VfB alles andere als fade Kost anbietet, auch wenn ich mir wünsche, dass die Mannschaft sich für ihre guten Leistungen endlich belohnt.

Nach den Spielen gegen Kiel und in Wolfsburg gab es teils sehr gute Kritiken für die Mannschaft. Bestätigt das die Entscheidung, einen Trainerwechsel vorgenommen zu haben?
Eine solche Betrachtung ist mir zu oberflächlich. Wir haben ja auch vorher schon gute Kritiken bekommen, wenn ich unter anderem an die Spiele gegen Jeddeloh oder auch Meppen denke. Davon abgesehen, brauchen wir auch keine Bestätigung. Wir haben eine Veränderung vorgenommen, weil wir in einer saisonübergreifenden Betrachtung zu der Überzeugung gekommen sind, dass es notwendig ist.

Wie zufrieden bist Du mit der Arbeit vom Marco Elia und Cumhur Demir?
Erstmal darf ich betonen, dass wir alle sehr dankbar sind, dass Marco und Cumhur die Aufgabe übernommen haben und sie mit großem Engagement angehen. Das spiegelt sich auch in den Leistungen wider.

Klingt nach einem guten Zeugnis für unsere Trainer.
Absolut. Wir sind mit ihrer Arbeit sehr zufrieden. Die Mannschaft wird hervorragend eingestellt. Wir spielen mutigen Fußball, das gefällt mir.

Medial wurden dennoch verschiedene Namen als Trainerkandidaten beim VfB gehandelt.
Das ist doch ganz normal. Die Medien dürfen auch gerne spekulieren, mehr ist das allerdings nicht. Wir haben von Anfang an gesagt, dass Marco und Cumhur unser volles Vertrauen haben und das bestätigen sie mit ihrer Arbeit.

Kannst Du Dir eine Dauerlösung mit Beiden vorstellen?
Ja natürlich, aber es ist nicht relevant, was ich mir vorstellen kann. Wir haben eine Idee, die verfolgen wir und arbeiten von Spiel zu Spiel. Das ist mit unseren Trainern so besprochen.

Aber würde Klarheit in der Trainerfrage nicht zu mehr Sicherheit führen?
Wir sind intern total klar. Wir haben nie etwas anderes gesagt. Nochmal, Marco und Cumhur können ganz fokussiert arbeiten. Sie haben unser Vertrauen und unsere volle Unterstützung. Daran werden auch Spekulationen und dergleichen nichts ändern. Wir wissen ganz genau, wo wir hinwollen und sind auf einem sehr guten Weg.

Ärgert es Dich deshalb umso mehr, dass sich die Arbeit noch nicht in Ergebnissen niederschlägt?
Das würde ich so nicht sagen. Wir haben zwei spielerisch enorm starke Gegner gehabt. Kiel ist mittlerweile Tabellenvierter und Wolfsburg einer der großen Titelfavoriten. Beide Spiele hätten wir gewinnen können, weil wir die deutliche Mehrzahl der Chancen hatten und diese nicht zufällig, sondern mehrheitlich wirklich gut herausgespielt. In beiden Spielen wären wir ein verdienter Sieger gewesen. Allerdings hilft der Konjunktiv hier nicht. Am Ende müssen wir unsere Chancen halt auch nutzen. Das haben wir nicht getan. Das ist der Vorwurf, den wir uns machen können.
Grundsätzlich werden wir aber nicht alles auf die Ergebnisse reduzieren. Es geht darum, wie wir Fußball spielen, wie die Entwicklung ist und immer auch darum, ob ein Trainer die Mannschaft erreicht. Diesbezüglich sind wir mehr als zufrieden. Das betone ich hier ausdrücklich. Außerdem, und da bin ich ganz sicher, werden sich die Ergebnisse einstellen, wenn wir so weiterarbeiten.